Strom

Gestern haben wir zu dritt das diesjährige Ahninnenfest gefeiert. Es hat Spaß gemacht. Ich feiere die Jahreskreisfeste seit Mitte der 80er Jahre und sie sind mir eine wichtige Orientierungshilfe für den Jahreskreis. Manchmal ärgere ich mich, daß die Kirchen sich diese alten Feste unter den Nagel gerissen haben (Allerheiligen, Lichtmess, Kräuterweihe, Weihnachten, Johannistag und seit einigen Jahren auch die Raunächte). Diese Feste sind Allmende, gehören also allen, die sie feiern wollen. Ich finde es aber richtig übel, daß die Kirchen so tun, als seien diese Feste christlichen Ursprungs. Wie wäre es denn mal, wenn die protestantischen Kirchen, die seit einigen Jahren dick Werbung für die Raunächte machen, öffentlich verkünden, daß es sich dabei um sehr alte heidnischen Bräuche handelt?

Vor einiger Zeit habe ich nach der Lektüre eines Essays von Wolf Dieter Storl Zweifel am menschengemachten Klimawandel angemeldet. Das möchte ich jetzt noch mal aktualisieren: ich halte es nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand für möglich, daß der Klimawandel mehrere Ursachen hat, also zunächst zu den natürlichen Rhythmen des lebendigen Organismus Erde gehört (Susun Weed hat mal die Analogie zum weiblichen Klimakterium angesichts der zunehmenden Hitze auf unserer Planetin gezogen) und durch menschliche Maßnahmen zusätzlich befeuert wird. Auf diesen Gedanken kam ich, als mir die Aussage des grönländischen Schamanen Angaangaq in den Sinn kam: daß in Grönland das Eis der Gletscher schwarz vom Abrieb der Autoreifen aus Europa ist und daß auf diese Weise das Sonnenlicht absorbiert wird und zum Schmelzen des Eises führt. Die Verringerung von CO2 sehe ich weiterhin sehr kritisch, denn ohne CO2 können grüne Pflanzen nicht leben. Und ohne grüne Pflanzen gibt es keinen Sauerstoff zum atmen. Man bastelt ja an technologischen Lösungen und ist wohl auch schon dabei sie anzuwenden, also Geoengineering zu betreiben. Aber bisher war es so, daß alle technologischen „Lösungen“ zu neuen Problemen geführt haben. Und die Antwort darauf war immer nur: mehr desselben. Das gilt für alle Bereiche: Landwirtschaft, Medizin, Energie etc. Jetzt setzen viele Länder wieder vermehrt auf Atomenergie als „Brückentechnologie“ für nachhaltige Energie. Wohin mit dem Atommüll, ist weiterhin völlig ungeklärt, abgesehen von den gewaltigen Risiken eines Super-GAUS. Elektromobilität ist der neuste Schrei. Ja, und wo kommt der ganze Strom denn her? Ich beziehe seit vielen Jahren sogenannten Ökostrom von Greenpeace und bin mir gleichzeitig bewusst, daß es keinen echten Ökostrom gibt. Denn für die vielen hässlichen Windanlagen und Solarmodulfelder, die zunehmend die Landschaft verschandeln und nebenbei noch Vögel und andere Lebewesen töten, braucht es Coltan, Lithium und andere Bodenschätze, die mit ungeheuren Zerstörungen weltweit verbunden sind. Und es gibt wohl keine Möglichkeit, die Module dieser Anlagen, die ja nur eine begrenzte Lebenszeit haben, nachhaltig zu entsorgen. Neulich las ich, daß viele IT-Firmen sich in Irland ansiedeln, weil sie da praktisch keine Steuern bezahlten müssen. Da entstehen dann gigantische Rechenzentren, die ungeheure Mengen an Strom verbrauchen und ebenso ungeheure Mengen an Wasser zum Kühlen benötigen. Und ich vermute, daß China weiterhin auf Kohle zur Stromerzeugung setzt, damit deren Rechenzentren funktionieren. Die werden gebraucht, um mit Hilfe von AI (künstilicher Intelligenz) die Bevölkerung lückenlos zu überwachen. Das steht auch uns bevor bzw. findet bereits jetzt schon zunehmend statt. Für mich heißt die Antwort: so wenig elektrische Geräte wir möglich. Und das empfinde ich nicht als Verzicht. Vielleicht habe ich es auch leicht, weil ich in einer Zeit groß geworden bin, wo viel Handarbeit geleistet wurde. Und ich kann mich nicht daran erinnern, daß meine Großeltern und Eltern damit unglücklich waren. Menschen waren damals im Durchschnitt gesünder und körperlich fitter als heute, konnten sich besser orientieren etc. Heutzutage werden unsere tollen Sinnesorgane durch die vielen technischen Hilfsmittel verdorben, z. B. durch Navigationsgeräte.

Unterm Strich ist die Frage: sind Menschen durch die ganzen technischen Errungenschaften glücklicher geworden? Ich kann ganz klar sagen: Nein, im Gegenteil.

Charles Eisenstein hat übrigens was Schönes und Neues zum großen Wandel geschrieben:

https://www.rubikon.news/artikel/schwere-geburt

Wer es lieber im Original lesen möchte:

https://charleseisenstein.substack.com/p/time-to-push

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