Eisblumen

Nachdem unsere Regierung Frackinggas aus den USA bezieht, um den Russen einen reinzutun und die Preise für alles in die Höhe schießen, mache natürlich auch ich mir Gedanken um das Thema Heizen. Aber auf andere Weise. Denn ich bin, das muss ich zugeben, privilegiert: ich habe einen Ofen, in dem ich täglich Feuer mache und das reicht für die ganze Wohnung. Das Schlafzimmer bekommt am wenigsten von der Wärme ab und nachts öffne ich sowieso das Fenster ein wenig für gute Luft. Richtig warm ist es im Wohnzimmer, wo der Ofen steht. Und ich möchte jetzt schon mal vorbeugend sagen, daß ich mich keineswegs als Umweltsau sehe, weil ich ausschließlich mit Holz heize und meine Gaszentralheizung nur in meinem ersten Winter benutzt habe, als ich noch keinen Ofen hatte. Ich halte das Verbrennen von Holz nicht für unökologisch, auch wenn einige uns genau das jetzt einreden wollen. Meine Ansicht zum Thema CO2 habe ich ja bereits mitgeteilt. Solange die Lufthansa z. B. Leerflüge fliegt, um ihre Slots nicht zu verlieren und solange in Katar das Fußballstadion runtergekühlt wird, solange die deutsche Regierung sich von den USA am Nasenring rumführen lässt und das extrem umweltschädliche Frackinggas per Schiff, das mit ebenso umweltschädlichem Schweröl betrieben wird, herbeischaffen lässt, muss mir niemand erzählen, wie ich mich zu verhalten habe. Ich habe einen relativ bescheidenen Lebensstil und achte die lebendige Welt.

Als ich ein Kind war, gab es noch keine doppelt verglasten Fenster. Bei Frost waren morgens die Scheiben mit Eisblumen überzogen und wir freuten uns an den schönen Mustern und hauchten Löcher hinein. Wir hatten allerdings schon eine Etagenheizung; in der Küche war ein eingebauter Koksofen, mit dem das Wasser für die Heizkörper gewärmt wurde. Mein Vater holte dafür jeden Tag Koks in einem Schütter aus dem Keller. Meine Großeltern hatten in ihrer Küche eine Küchenhexe, auf der meine Oma kochte und Wäsche wusch. Auch Kuchen wurde in ihr gebacken. Und sie heizte nebenbei die Küche. Die war der Raum, in dem sich das Leben abspielte. Wahrscheinlich habe ich deshalb immer darauf geachtet, in meinen verschiedenen Wohnungen eine Wohnküche zu haben. Ein Herd oder Ofen, bei unseren Urahnen das offfene Feuer, war immer das Herz des Heims.

Im Badezimmer gab es ein Waschbecken mit einem Wasserhahn, aus dem kaltes Wasser kam. Da haben mein Bruder und ich uns gewaschen. Wobei, um ehrlich zu sein, haben wir meistens nur die Waschlappen nass gemacht, außer wir wurden von einem Erwachsenen beaufsichtigt. Auch heute wasche ich mich jeden Tag mit kaltem Wasser; das ist einfach eine Frage der Gewöhnung. Und alle vier Tage dusche ich mich, erst warm, dann kalt. Ungefähr einmal in der Woche war Badetag. Dann heizte mein Opa den Badeofen mit Holz und nach einer halben Stunde konnten wir in die Wanne. Und wir waren viel draußen, auch im Winter. Das machte natürlich am meisten Spaß, wenn Schnee lag und wir den Schlitten oder die Schlittschuhe benutzen konnten. In meiner Erinnerung war das jeden Winter so. Ich hätte keine Probleme, heute auch so zu leben. Wir hatten übrigens auch keinen Kühlschrank, dafür eine Speisekammer mit Lüftschlitzen in der Außenwand. Das war eine geniale Erfindung. Ich hätte auch heute gern eine oder einen gut gebauten Keller aus Natursteinen. Was ich damit sagen will: man braucht viele der heutigen Annehmlichkeiten gar nicht, die nur Strom oder Gas fressen. Dafür braucht man gelegentlich ein wenig Muskelkraft, wenn man z. B. einen Rührteig mit einem Holzlöffel oder Eischnee mit einem Schneebesen zubereitet. Und wozu haben wir schließlich Muskeln? Und auch wenn ich das Handeln unserer Regierung unterirdisch finde, es könnte vielleicht dazu beitragen, daß wir wieder unser Leben in die eigenen Hände nehmen, wo es ja auch hingehört.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon von einer aufschlussreichen und sehr ausgewogenen Dokumentation über das Impfen berichtet habe. Vor einiger Zeit wurde mir dieser Film empfohlen, der damals noch in der Mediathek von Arte zu finden war. Er streift das Corona-Thema nur am Rande, berichtet über die Geschichte der Impfungen allgemein. Es kommen diverse Wissenschaftler und Medizinerinnen zu Wort, die durchaus nicht einer Meinung sind. Aber das macht doch einen guten wissenschafltiche Diskurs aus und den hatten wir in den letzten Jahren überhaupt nicht, weil alle Impfkritiker sofort rausgekickt, geshamed und diffamiert wurden. Einiges wusste ich bereits, z. B. daß Grippeimpfungen null Sinn machen, weil man immer hinter den neusten Mutationen hinterher impft. Oder daß Masernimpfungen zur Folge haben, daß Menschen jetzt in höherem Alter an Masern erkranken, wo mit einem schwereren Verlauf zu rechnen ist. Und daß seit der routinemäßigen Impfung gegen diverse Kinderkrankheiten die Allergien und Autoimmunkrankheiten rasant in die Höhe geschossen sind. Der Film ist übrigens ungewöhnlich schnell aus der Mediathek von Arte geflogen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Man kann ihn aber noch auf Youtube finden: https://www.youtube.com/watch?v=wvTEHtJ7ZqM

Winter

Ich habe erfahren, daß der in meinem letzten Post angegebene Link zu Markus Stockhausens Seite nicht mehr zu seinen Gedanken zu Corona und dem Klimawandel führt. Stimmt leider, er hat die Texte rausgenommen. Schade, es waren viele brauchbare Links darunter. Wer sich für eine andere Sichtweise auf das Narrativ vom bösen CO2 interessiert, kann folgendes lesen: https://www.epochtimes.de/umwelt/greenpeace-gruendungsmitglied-klimawandel-gibt-es-aber-er-ist-weder-menschengemacht-noch-eine-krise-a2824829.html

Danke, liebe Astrid, für deine guten Wünsche und deine Gedanken zum Klimawandel und zur Rolle der Menschheit auf unserer Planetin (unter Kommentare des Posts Operation veröffentlicht). Auch deine Gedanken zum Schuldthema finde ich sehr lesenswert.

Einen Tag nach meinem Geburtstag kam der Winter mit Schnee und Frost, nachdem es lange recht warm gewesen war. Jetzt liegt alles unter einer weißen Decke und es herrscht die für Schneewetter typische Stille. Eigentlich hatte ich vor, bis Ende November noch zwei kleine Stücke mit der Sense zu mähen. Normalerweise achte ich darauf, daß ich alle Herbstarbeiten im Garten bis spätestens Mitte November erledigt habe. Das hat dieses Mal nicht geklappt. Wenigstens ist der Kompost umgeschichtet. Und heute habe ich erledigt, was nicht aufgeschoben werden kann: sämtliche Regenfässer, sonstige Wassersammelgefäße und Vogeltränken ausgeleert, damit sie nicht vom Eis gesprengt werden. Man sagt ja immer, daß Wärme zur Ausdehnung von Stoffen führt. Beim Eis ist es aber umgekehrt. Die Aktion dauerte eine Weile, zumal man ein 200 l-Fass nicht einfach umkippen kann. Ich habe es mit einem Eimer ausgeleert, dann die Tomatenpflanzen im Gewächshaus abgeschnitten und schließlich die Gartenmöbel reingeräumt. Die Luft war klar und kalt, aber Draußensein und Bewegung taten einfach gut.

Vor einer Woche beim Autofahren bemerkte ich, daß ich wieder klar sehen kann. Keine verschwommenen Konturen mehr, dafür kann ich die Blätter an den Bäumen wieder deutlich erkennen. Sogar meine Nahsicht ist wieder besser geworden, keine doppelten Buchstaben mehr, Das genieße ich sehr. Operieren können sie, das muss ich den Augenchirurgen lassen. Auch sonst geht es mir recht gut. Am Donnerstag hatte ich einen richtig schönen Tag mit lauter erfreulichen Alltagsbegebenheiten, von denen ich lange gezehrt habe. Ich war in Kiel auf dem Markt und kaufte anschließend neue Wanderschuhe, weil sich die Sohlen von meinen alten aufgelöst hatten. Während ich die Schuhe anprobierte, kam es zu einem Gespräch mit dem Mann, der mich bediente. Nichts Tiefgehendes, einfach nur freundlicher kleiner Smalltalk, der aber zur Folge hatte, daß ich den Laden außer mit soliden neuen Stiefeln auch mit ziemlich guter Laune verließ. Dann suchte ich den Outdoorladen auf, in dem ich meine Arbeitsjacke aus Wollwalkstoff gekauft hatte. Der Reißverschluss klemmte und ließ sich nicht mehr schließen. Der Schaden wurde vor Ort umgehend behoben und ich verließ diesen Laden noch besser gelaunt.

Es scheint mir, daß ich solche Begegnungen mittlerweile häufiger erlebe oder daß sie mir mehr auffallen. Ich führe das auf die lange Coronazeit zurück. Sie hat mir und offensichtlich auch anderen Menschen die Augen dafür geöffnet, was wirklich wichtig ist, was unser Leben bereichert. Für mich kann ich sagen: es ist offener ehrlicher Kontakt. Aber auch, daß es z. B. Läden gibt, die so etwas Wichtiges wie Wanderstiefel verkaufen und sogar Reparaturen anbieten. Natürlich kann ich alles im Internet kaufen und mir dann schicken lassen. Gelegentlich mache ich das auch. Aber die richtigen Läden mit richtigen Menschen, die dann vielleicht auch noch Lust auf einen kleinen Schnack haben, die suche ich am liebsten auf.

Charles Eisenstein hat kürzlich ein neues Buch veröffentlicht, in denen er seine Essays zum C-Thema versammelt hat. Es trägt den schönen Titel The Coronation (Die Krönung). Und vielleicht stimmt es ja, daß die ganzen ungemütlichen, verstörenden und alarmierenden Ereignisse der letzten zweieinhalb Jahre einen Bewusstseinswandel auslösen, der eine neue Kultur, einen neuen Umgang mit allem Lebendigen ermöglicht. Wir werden es sehen. Und übrigens Kultur: beim Lesen und Hören von Markus Stockhausen ist mir aufgegangen, wie wichtig für eine Gesellschaft die Künstler*innen sind. Vor kurzem sahen wir  Adults in the Room, einen Film von 2019, den der griechisch-französische Regisseur Costa Gavras über die griechische Finanzkrise gedreht hat. Grundlage war Yanis Varoufakis Buch über diese Zeit, in der er zusammen mit Alexis Tsipras versuchte, den Auftrag der griechischen Wähler zu erfüllen und dabei erfahren musste, daß ein System wie die EU sich nicht die Bohne für den Auftrag der Wähler interessiert. Das bestätigt mal wieder den alten Spontispruch: Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten. Auch Costa Gavras ist ein Künstler und er hat in seinem langen Leben schon etliche sehr wichtige Filme gedreht. Vor mehr als 50 Jahren habe ich seinen Film Z über die griechische Militärdiktatur gesehen; jetzt als sehr alter Mann hat er nichts von seinem kritischen Geist verloren. Das ist doch erfreulich.

Operation

Vor einer Woche hatte ich meine Augenoperation. Dieses Mal lief alles glatt und ich fühlte mich gut behandelt und ernstgenommen. Der Anästhesist spritzte mir auf meine Bitte kein Benzodiazepin sondern nur Propofol. Ich habe vor Jahrzehnten einmal Valium genommen und darauf paradox, d. h. mit extremer Unruhe reagiert. Seitdem habe ich nie wieder Experimente mit Benzodiazepinen gemacht. Er verwickelte mich übrigens, während er mich auf die OP vorbereitete, psychologisch geschickt in ein Gespräch über meinen früheren Beruf und machte Witze, so daß ich gar nicht dazu kam, mir Sorgen zu machen. Außerdem trug er die FFP2-Maske während der ganzen Zeit am linken Ohr hängend, so daß ich sein ganzes Gesicht sehen konnte. Sehr sympathisch. Überhaupt, die nur in Deutschland vorgeschriebenen FFP2-Masken in der Bahn und in Arztpraxen: mir ist schon zu Ohren gekommen, daß das europäische Ausland über uns lacht. Menschen fahren mit dem Zug aus Italien und Österreich nach Deutschland, ohne Maske, und sobald die Grenze nach Deutschland passiert wird, setzen sie die Maske auf. Das ist ein weiterer Schritt auf der nach oben offenen Absurditätsskala. Zurück zur OP: ich war, anders als ich vermutet hatte, die ganze Zeit bei Bewusstsein. Der Augenchirurg erklärte mir jeden einzelnen Schritt: wie meine getrübte Linse mit Ultraschall zertrümmert und abgesaugt wurde, wie dann die neue Kunststofflinse durch die winzige Öffnung in der Hornhaut geschoben und im Inneren meines Auges aufgefaltet wurde. Ich spürte nichts davon, mein Auge war ja betäubt. Das einzig wirklich Störende war das extrem helle Licht, das in mein mit Hilfe einer Klammer offen gehaltenes Auge fiel. Nach wenigen Minuten war alles vorbei und ich durfte das Haus mit einem zugeklebten rechten Auge verlassen. Der liebe J. brachte mich nach Hause. Am nächsten Morgen entfernte ich den Verband und konnte sehen. Allerdings habe ich noch nicht den vollen Durchblick, besonders die Fernsicht lässt zu wünschen übrig. Lesen und PC sind möglich, immerhin. Die Rechnung der Klinik kam postwendend, denn die bifokale Linse für mittlere Nah- und Fernsicht, die ich mir gewünscht hatte, wird nicht von der Krankenversicherung übernommen. Ich habe mich für sie entschieden, weil ich wie bisher höchstens zum Lesen eine Brille tragen möchte.

Warum sich die Menschen von Extinction Rebellion und Letzte Generation an Straßenbelägen festkleben, kann ich noch ein wenig nachvollziehen, auch wenn ich es nicht für sinnvoll halte. Aber kann mir mal einer erklären, warum sie sich auch an den Werken alter Meister in Museen festkleben? Darüber kann ich mich nur wundern. Das Motiv ist wohl schiere Verzweiflung, aber was sollen solche Aktionen bewirken? Auch die Kleberei auf den Straßen führt doch zu nichts als genervten Autofahrern, behinderten Rettungskräften und kein bisschen zur Verhinderung des Klimawandels (auf den ich gleich noch zu sprechen komme). Ich bin ja auch fast täglich mit dem Auto zur Arbeit gefahren, weil es einfach nicht anders ging. Wenn sich da jemand auf die Bundesstraße geklebt und ich stundenlang im Stau gestanden hätte, hätten meine Kollegen Doppelschichten machen müssen, weil keine Ablösung gekommen wäre. Ich habe zudem eine Aversion gegen selbstverletzendes Verhalten und fühle mich in keinster Weise für den Klimawandel verantwortlich. Eher könnte ich noch Sympathien aufbringen, wenn die jungen Märtyrer sich da festkleben würden, wo Elon Musk und Co. ihre mit Satelliten bestückten Raketen in den Orbit schießen oder reiche Leute ihre Privatjets starten. Nicht missverstehen bitte, ich habe nix gegen zivilen Ungehorsam. Der ist manchmal und heutzutage sogar sehr oft dringend nötig.

Flensburg vom Wasser aus

Vor einigen Tagen machte mich eine Leserin auf ein sehr schönes Projekt aufmerksam: Lange Töne für den Frieden von dem Musiker Markus Stockhausen. Das ist in meinen Augen eine wirklich magische Aktion und ich hoffe sehr, daß er mal in meine Nähe kommt, damit ich dabei sein kann. Auf Radio München äußert er sich selbst dazu: https://soundcloud.com/radiomuenchen/musik-ist-eine-freie-sprache-lange-tone-fur-den-frieden-mit-markus-stockhausen

Ich kann auch seine Website empfehlen, ganz besonders seine Texte zu Corona und Klimawandel. Im Laufe dieses Jahres bin ich immer mehr dazu gekommen, das Narrativ vom menschengemachten Klimawandel anzuzweifeln und in den letzten Monaten sind diese Zweifel immer größer geworden. Markus Stockhausen scheint ähnliche Zweifel zu haben (ebenso immer mehr Menschen in meinem Umfeld) und hat eine Reihe Informationen dazu zusammengestellt, mit denen jede und jeder sich ein eigenes Bild machen kann. Um es noch mal ganz deutlich zu machen: es ist nicht zu übersehen, daß wir mitten in einem Klimawandel stecken, aber die Ursachen, die man uns dafür nennt, stimmen ganz offensichtlich nicht und die Lösung, CO2 einzusparen, hätte fatale Folgen, denn ohne CO2 keine Pflanzen. Aber schaut selber: https://www.markusstockhausen.de/trompeter-musiker-komponist/676/klimawandel-multiple-ursachen

Nachtrag 22.11.: Leider hat Markus Stockhausen die empfohlenen Texte von seiner Seite genommen. Vielleicht hat er Probleme bekommen wie soviele, die nicht das herrschende Narrativ bedienen. Sehr schade!

„Wir haben es nicht gewusst“

Am Wochenende fuhr ich mit J. nach Flensburg. Wir machten mit K. und M. eine Tour mit der Viking um die Ochseninseln nach Glücksburg. Das Wetter war angenehm und wir saßen gemütlich auf dem Oberdeck, hörten uns die Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten entlang der Förde auf Deutsch und Dänisch (was ich nicht verstehe) an und aßen Hot Dogs. In Glücksburg ging es dann durch den herbstlichen Wald und zum Kaffeetrinken am Schloss. Dort erfuhr ich dann auch, daß die kleinen Erker an den Außenmauern Toiletten waren, aus denen die menschlichen Ausscheidungen direkt ins Wasser fielen. Abends gab es M.s legendäre Pizza und einen Italo-Western. Alles in Allem ein gemütliches Wochenende.

Gestern Abend war ich in Kiel und hörte mir einen Vortrag von Christian Kreiss an. Ich habe im Post Empfehlung schon über ihn geschrieben und freute mich über die Möglichkeit ihn live zu erleben. Spannend und ermutigend finde ich, daß er nicht nur Professor für Volkswirtschaft ist, sondern sich auch mit den geistigen Hintergründen unserer derzeitigen Situation (C-Krise, Krieg in der Ukraine, der Zusammenbruch des Wirtschaftssystems) befasst. Das hätte ich einem Volkswirtschaftler und ehemaligen Investmentbanker eigentlich nicht zugetraut. Er hat mir ziemlich gut gefallen. Ich traf natürlich etliche Menschen, die ich in den letzten zwei Jahren kennengelernt habe und besonders erfreut war ich über die Begegnung mit einer Frau, die ich aus ganz anderen Zusammenhängen kenne. Wir hatten nie eine besonders enge Beziehung, aber gestern freuten wir beide uns so sehr, daß wir uns gleich in den Armen lagen.

Heute bekam ich einen neuen Post von Charles Eisenstein (charleseisenstein.substack.com). Man kann sich auf seiner Webseite anmelden und bekommt dann die neuen Beiträge per Mail zugeschickt. Alles, was er schreibt, gefällt mir. Er ist ein radikaler Visionär und ich bewundere seine ausgleichende Art. Er verzichtet völlig auf das sonst übliche Blaming, in das ich auch gelegentlich abgleite, wenn ich richtig in Rage bin. Aber in seinem heutigen Beitrag Amnesty yes – and here is the price ist er richtig wütend. Es geht um den Vorschlag der amerikanischen Wirtschaftprofessorin Emily Oster, die an der Bevölkerung durch die Coronamaßnahmen begangenen Verbrechen zu verzeihen und denjenigen, die uns über die Wirksamkeit von Lockdowns, Masken und Impfstoffen angelogen haben quasi zu amnestieren. Er widerspricht dem entschieden und sehr pointiert, nicht weil es ihm um Strafe und Rache geht, sondern weil er will, daß das, was wir in den letzten zweieinhalb Jahren erlebt haben, nicht wieder passiert. Interessant ist übrigens, daß Emily Oster mit dem Argument für eine Amnestie wirbt, man habe es nicht gewusst, daß die ganzen Maßnahmen nicht nur nichts bringen, sondern samt und sonders erheblich geschadet haben. Da wird der gute Charles Eisenstein richtig böse und ich beim Lesen auch. Wir in Deutschland kennen das ja hinlänglich, dieses „Wir haben es nicht gewusst“. Nein, damit kann heute keiner mehr durchkommen. Im meinem Umfeld gibt es auch Menschen, die abwehren, wenn es auf dieses Thema kommt: „Ich will davon nichts wissen, das macht mir schlechte Laune.“ Ja, mir macht das auch schlechte Laune und gelegentlich schlaflose Nächte, wenn ich glasklar sehe, wie eine extrem reiche Elite dabei ist, einen neuen Totalitarismus zu installieren und ein Großteil der Menschen dabei mitspielt. Da muss ich Ulrike Guérot recht geben, wenn sie im Titel ihres Buches sagt: „Wer schweigt, stimmt zu.“

Auch die Oya, die Zeitschrift, für die ich so viele Jahre Werbung gemacht, die ich mit Geld unterstützt habe und deren Genossenschaft ich beigetreten bin, unterschlägt dieses Thema fast vollständig. Es gab dazu in diesem Jahr schon ein paar kritische und nachfragende Leserbriefe, die für mich unbefriedigend beantwortet wurden. Ich habe dann auch noch einen Leserinnenbrief  mit dem Titel „Nicht unter den Teppich kehren“ geschrieben, der nicht veröffentlicht wurde. Ebenso eine Rezension zu Mattias Desmets Buch The Psychology of Totalitarianism. Immerhin habe ich dann auf meine erneute Nachfrage eine ausführliche Antwort bekommen: man mache keinen investigativen sondern konstruktiven Journalismus; außerdem wolle man keine Menschen gefährden, die die Coronamaßnahmen sehr frei für sich interpretiert haben. Für den letzten Grund habe ich vollstes Verständnis, dennoch bleibt ein Gefühl, daß es einen anderen Grund dafür gibt, daß die Oya seit über zwei Jahren zum C-Thema schweigt. Ich vermute, der eigentliche Grund ist Angst: Angst Abonnenten und Anzeigenkunden zu verlieren. Ich habe die Oya jahrelang extrem geschätzt, besonders wegen ihrer sehr ehrlichen Auseinandersetzung mit eigenen Haltungen.  Das hatte ich bis dahin in keiner Zeitschrift so gefunden. Jetzt bin ich sowohl aus dem Hütekreis als auch aus der Genossenschaft ausgetreten. Das Abo behalte ich aber vorerst. Vielleicht ändert sich ja noch was, außerdem gibt es immer mal wieder den einen oder anderen schönen Artikel.

 

 

Entscheidung

Eigentlich sollte am Montag meine Augenoperation stattfinden. Ich stand schon vor der Glaswand des OP und erkundigte mich sicherheitshalber, ob ich die bifokale Linse eingesetzt bekäme, die ich mir ausgesucht hatte. Der Frau, die am PC saß, fiel alles aus dem Gesicht. Nein, davon wisse man nichts und überhaupt seien dafür spezielle Untersuchungen erforderlich. Nun muss ich dazu sagen, daß ich Wochen vorher in der Klinik angerufen hatte, um zu klären, welche Linse ich haben wollte, ob dafür zusätzliche Untersuchungen gemacht werden müssten und ob ich dazu zahlen müsste. Keine dieser Fragen wurde, so stellte es sich jetzt heraus, richtig beantwortet. Weil ich aber ein komisches Gefühl hatte, habe ich noch mal gefragt. Ein Glück, da ich sonst jetzt eine Linse im Auge hätte, die ich auf keinen Fall wollte. Immerhin glaubte man mir und später hörte ich, wie man die Person, die mir eine falsche Auskunft gegeben hatte, zur Rechenschaft zog. Ich hatte noch ein Gespräch mit dem Arzt, hörte mir viele Entschuldigungen an, durchlief etliche Untersuchungen an komischen Geräten und habe den nächsten OP-Termin in zwei Wochen.

Ich haderte nicht lange mit dieser Sache. Wer weiß, wozu das Ganze gut ist. Jetzt kann ich mich noch mal in Ruhe mit meinen Augen unterhalten. Die meisten Menschen in meinem Umfeld haben mir Mut gemacht. Einige haben von ihren erfolgreichen Kataraktoperationen erzählt. Nur einer hat mir ganz klar gesagt: „Ich würde mich nicht operieren lassen.“ Das hat mich beschäftigt, weil es meine eigenen Vorbehalte berührt, nämlich gegenüber der Schulmedizin. Ich weiß, daß für diesen Eingriff ein volles JA erforderlich ist, damit alles gut verlaufen kann. Ich würde so gern auf diese OP verzichten. Aber in den elf Wochen seit ich weiß, daß ich Grauen Star habe, hat sich mein Sehen verschlechtert. Ich habe einiges unternommen: zwei enegetische Behandlungen, Schachtelhalmabkochungen und -augentropfen, Schüsslersalze, Reiki und Heilmeditation- nichts hat irgendeine Besserung bewirkt. Ich sehe die Welt mittlerweile als impressionistisches bewegtes Bild. Menschliche Gesichter erkenne ich nur verschwommen; so habe ich neulich K. auf dem Markt nicht erkannt. Straßenschilder kann ich nur mit Mühe entziffern. Diese schnell voranschreitende Verschlechterung macht mir Angst.

Vor etwa zwanzig Jahren habe ich angefangen, Augenübungen zu machen, um meine beginnende Weitsichtigkeit zu korrigieren. Meine Disziplin hat sich gelohnt: erst mit 59 Jahren kaufte ich mir meine erste Lesebrille. Die funktioniert übrigens heute noch, allerdings nicht mehr so gut. Gegen Grauen Star habe ich keine Übungen gefunden, er war aber auch all die Jahre kein Thema für mich.

Wenn mir also jemand sagt, er würde sich nicht operieren lassen, denke ich daran, daß auch ich in der Vergangenheit solche forschen Sprüche rausgehauen oder sie zumindest gedacht habe. Ich bin mittlerweile etwas zurückhaltender. Weiß ich denn, wie ich mich verhalten würde? Vor einigen Jahren hat mir eine Frau ihre Leidensgeschichte mit einem metastasierenden Krebs erzählt: sie hatte eine ultraharte Chemotherapie gemacht und wusste nicht, ob sie die Folgen überleben würde. Sie war noch eine relativ junge Frau. „Wenn du ein Kind hast, dann sieht es alles ganz anders aus,“ sagte sie zu mir und ich verstand es so, daß sie sich ohne ihren kleinen Sohn gegen diese quälende Behandlung entschieden hätte.

Das kleine Quittenbäumchen im Garten hat gut getragen und ich habe Marmelade gekocht. Dann bin ich in den Wald gegangen und habe einen neuen Platz mit schönen alten Eichen gefunden. Auf dem Rückweg fand ich eine gefällte Birke und zog die lose Rinde ab. Ich nehme sie zum Feueranmachen, wenn der Ofen nicht gut zieht. Als ich mich umschaute, entdeckte ich eine Damhirschschaufel am Boden und freute mich, weil ich schon immer mal eins dieser abgeworfenen Geweihe finden wollte. Als ich näher ging, sah ich in den leeren Augenhöhlen eines im Verwesungsprozess befindlichen Damhirsches. Die Pforten zur Anderswelt sind immer direkt nebenan. Wohin gehen überhaupt die Seelen der anderen Tiere? Werde ich sie treffen, wenn ich eines Tages in die andere Welt gehe? Ich hoffe es.

Heute kam per Telegram ein kleiner Film zu mir, in dem die schöne Geschichte von den Imagozellen, die im Raupenkokon den Schmetterling erträumen, erzählt wurde. Ich habe sie das erste Mal vor vielen Jahren von Nicanor Perlas, einem phillipinischen Umweltaktivisten und Politiker gelesen. Er hat sie als Analogie für die heutigen Zeiten erzählt. Sie ist sehr schön und ermutigend. In dem kleinen Film wird herausgestellt, daß es nicht darum geht, Widerstand gegen die Kräfte zu leisten, die die Metamorphose zum Schmetterling  verhindern wollen. Stattdessen sollen Cluster aus dem Imagozellen gebildet werden, die das Neue erträumen. Vernetzt euch, bildet Kreise – das höre ich in den letzten zweieinhalb Jahren so oft. Und genau das mache ich und finde immer wieder neue Menschen. Es gibt aber auch Menschen, mit denen ich nicht mehr gern zusammen bin und sie wohl auch nicht mit mir. Alles ist in Bewegung und wir wissen nicht wohin es geht.

Vor mehr als zwanzig Jahren habe ich einen kleinen Walnussbaum in unseren Garten in Ostholstein gepflanzt. Jetzt trägt er endlich Früchte und J. hat sie für mich geerntet. Auch mein eigener Garten hat mir eine Fülle an Früchten und Gemüse geschenkt. Mehr denn je erfahre ich, was saisonales und regionales Essen bedeutet. Zur Zeit probiere ich alle möglichen Zubereitungsformen von Äpfeln aus.

Begegnung

Autumn is coming

Ich kam von einem meiner Plätze im Wald zurück und sah einen Hasen auf mich zu laufen. Ich blieb stehen und er näherte sich mir bis auf weniger als zwei Meter. Da saß er, irgendwie unschlüssig wirkend. Ich konnte ihn in Ruhe ansehen. Nach einigen langen Momenten lief er dann eilig weiter. Hat er mich nicht wahrgenommen? Und warum blieb er direkt neben mir stehen? Ich weiß es nicht. Aber solche Begegnungen – ich hatte vor zwei Jahren eine ähnliche mit einem Fuchs – berühren mich sehr.

Berührt hat mich auch ein kleiner Film einer freien amerikanischen Hebammenschule, der zum Crowdfunding aufruft. Ich habe ihn in Charles Eisensteins Blog auf Substack gefunden: https://indiebirthsanctuary.org/

Dieser Film hat mich zu Tränen gerührt und eine große Traurigkeit in mir wach gerufen, weil ich an die Geburt meines ersten Kindes erinnert wurde. Vom Moment meiner Aufnahme im Krankenhaus an verlor ich jedes Selbstbestimmungsrecht: Ein Aufnahmearzt, der veranlasste, daß meine in kurzen Abständen auftretenden Wehen mit einem Wehenhemmer weggespritzt wurden, damit die Hebamme nicht geweckt werden musste; am Morgen danach, als die Fruchtblase geplatzt war, die Begegnung mit einer extrem unfreundlichen Hebamme, die mich im Laufe der Geburt wie einen Gegenstand behandelte und mir ohne Ankündigung einen Dammschnitt verpasste (weil das damals Routine war, wie ich später erfuhr), der mir über Monate Schmerzen beim Sitzen bereitete; meinen Mann ließ die Hebamme nur widerwillig in den Kreissaal, wo er dann von einer Ecke in die andere geschoben wurde; mein kleiner Sohn, als er dann da war, wurde mir sofort weggenommen, bekam Silbernitrat in die Augen geträufelt und wurde ins Säuglingszimmer gebracht; als der Dammschnitt ohne Betäubung genäht wurde und ich mit jedem Stich zurückzuckte, presste die Hebamme mir die Lachgasmaske aufs Gesicht und ich versuchte, sie mit aller Kraft daran zu hindern, weil ich ums Verrecken kein Lachgas wollte. Dann blieb ich, so war es damals üblich, eine Woche im Krankenhaus und bekam meinen Sohn fünfmal am Tag zum Stillen, danach wurde er wieder weggebracht. Vieles wird heute anders gemacht. Aber immer noch ist es für die meisten Frauen normal, im Krankenhaus zu gebären. Seit dem alttestamentarischen Fluch „Du sollst mit Schmerzen Kinder gebären“, sieht es schlecht aus für gebärende Frauen, jedenfalls im jüdisch-christlichen Einflussgebiet. Der kleine Film zeigt, wie es anders gehen kann. Frauen könnten, wenn man sie ließe, in den meisten Fällen gebären wie andere Tiere auch, ganz einfach und völlig selbstbestimmt. Und eine gute Hebamme hält sich im Hintergrund und tritt nur dann auf den Plan, wenn sie wirklich gebraucht wird. Und vor allem: eine Geburt im Liegen ist eine ganz blöde Idee: die Bauchaorta wird abgedrückt, was zu mangelhafter Durchblutung führt und das Kind kann beim Passieren des Geburtskanals nicht die Schwerkraft nutzen.

Am Beispiel von Geburten, wie sie bei uns die Norm sind, zeigt sich der Verlust unserer Selbstbestimmung besonders schmerzhaft: ein natürlicher Prozess wurde pathologisiert und in die Hände von Medizinern gelegt. Das hatte eine vollständige Entmündigung der Frauen zur Folge. Es ist an der Zeit, daß wir uns alles wieder zurücknehmen und uns von der Gehirnwäsche befreien, daß Gebären etwas sei, was unter die Aufsicht von Experten gehört.  Wir Frauen sind die Expertinnen, niemand sonst. Es sind unsere Körper, unsere Kinder und eine Geburt ist ein heiliger Akt.

Empfehlung

Birkensamen

Gestern habe ich einen sehr informativen Film gefunden: https://blog.bastian-barucker.de/ein-neues-weltbild-entwickeln-gespraech-mit-prof-christian-kreiss/

Professor Christian Kreiss beschreibt aus der Sicht eines Volkswirtschaftlers und ehemaligen Bankers die derzeitige Weltlage. Vieles war mir bekannt, aber er erklärt die Zusammenhänge sehr gut und auf angenehme Weise und bestätigt, was viele längst wissen: daß die Regierungen die Marionetten der Großkonzerne sind. Klar wird in diesem Interview auch, daß das kapitalistisch-patriarchale System unweigerlich zusammenbrechen wird. Eigentlich ist es das längst, wie er eindrucksvoll erklärt, aber es wird noch künstlich und auf unsere Kosten, besonders aber auf Kosten des globalen Südens am Leben gehalten. Mir ist mal wieder klar geworden, daß wir trotz aller derzeitiger Ungemütlichkeiten noch relativ privilegiert sind. Europa ist nach wie vor die Kernzone des Kolonialismus und beutet hemmungslos andere Länder aus.

Im Übrigen möchte ich auf die Website von Bastian Barucker, der dieses Interview geführt hat. hinweisen, besonders auf sein Blog. Ich habe schon einiges von ihm gehört und gelesen und es gefällt mir sehr gut.

Etwas abschließen

Ein Gewitter ist im Anmarsch

Vor einer Woche haben mein Sohn, seine Freundin und ich die Dinge aus der Wohnung meiner Mutter geholt, die wir gebrauchen können und mit einem gemieteten Transporter nach Flensburg und zu mir geschafft. Den größten Teil räumte eine Entrümpelungsfirma raus. Es ist mir bei der Gelegenheit klar geworden, daß wir alle zu viele Sachen angehäuft haben. Denn auch wir haben ja genug und konnten nicht all die schönen Gegenstände, die meine Eltern im Laufe ihres Zusammenlebens angeschafft haben, bei uns unterbringen. Einige wenige Dinge holt mein Sohn noch ab, dann wird die Wohnung vemietet.

Ich war ziemlich aufgeregt, vor allem, weil ich noch nie ein so großes Auto gefahren habe. Das größte war bisher ein alter Pick-up, den mein Exmann mal gekauft hatte. Aber alles lief ganz einfach, außerdem konnten wir uns beim Fahren ablösen. Dabei habe ich übrigens wieder mal die Erfahrung gemacht, wie gut es sich anfühlt, sich einer Aufgabe zu stellen, vor der ich Angst habe. Jetzt ist diese Sache abgeschlossen und damit auch der endgültige Abschied von Münster. Es gibt dort keine Menschen mehr, denen ich mich verbunden fühle.

Verlassenes Wespennest in einem Nistkasten

Das Buch The Psychology of Totalitarianism von Mattias Desmet habe ich vor einigen Wochen bereits empfohlen. Ich habe es jetzt ausgelesen und finde es sehr gut, vor allem das tröstliche Ende. Es ist schon erstaunlich, wie lange es dauert, bis neue wissenschaftliche Erkenntnisse sich durchsetzen. Denn die von Regierungen und Wirtschaft zu Rate gezogenen Wissenschaftler, seien es Virologen, Klimaforscher oder diejenigen, die Computer mit Daten füttern, um Zukunftsprognosen zu erstellen, arbeiten immer noch auf der Grundlage des mechanistischen Weltbildes, das die Welt als Maschine versteht. Das ist aber seit etwa hundert Jahren widerlegt, durch so bekannte Leute wie Albert Einstein, Werner Heisenberg, Niels Bohr und Max Planck. Sie alle haben festgestellt, daß am Grunde von allem keine Materie mehr existiert, sondern Energie und dahinter wirkt offensichtlich ein geistiges Prinzip, das manche Gott nennen. Für mich ist es das Große Geheimnis. Gemäß diesem Weltbild gibt es keine Sicherheit und dementsprechend keine Kontrolle. Und der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung sondern ein Teil des Netzwerks des Lebens. Dementsprechend werden die ganzen Pläne der reichen Eliten, die Menschheit mittels Chips, KI und Vernichtung von Privatsphäre und Selbstbestimmung über kurz oder lang scheitern.

Im Internet kursieren mittlerweile wütende und empörte Kommentare zu Mattias Desmets Buch. Man wirft ihm vor, die „Schuld“ an den Dauerkrisen der letzten zweieinhalb Jahre den hypnotisierten Massen zuzuschreiben und die ekligen Pläne der reichen Eliten unter den Tisch fallen zu lassen. Aber wer so etwas behauptet, hat entweder das Buch nicht gelesen, nicht verstanden oder verfolgt eine andere Agenda: daß es nämlich einen Bösen geben muss, dem man die Schuld geben kann und der in letzter Konsequenz vernichtet werden muss. Dabei hat Desmet klar herausgearbeitet, daß in allen totalitären Systemen, in Hitlers Deutschland und in Stalins Sowjetunion, große Teile der Bevölkerung den Regierungen in die Hände gespielt haben. Um Menschen dahin zu bringen, ist das effektivste Mittel Angst zu erzeugen. Wie gut das funktioniert, haben wir seit Ausrufung der C-Pandemie erlebt. Wie immer: It takes two to tango.

Nicht nur die extremen Impf- und Maskenbefürworter haben eine sehr reduzierte Sicht auf das ganze Geschehen, leider gilt das auch für viele der Maßnahmenkritiker: jede Seite bezichtigt die anderen, im Unrecht zu sein und spricht ihr in gewisser Weise die Menschlichkeit ab. Das ist sehr traurig und sehr schädlich. Ich habe es mir zum Prinzip gemacht, auch mit denen zu sprechen, die völlig anderer Meinung sind als ich. Das gelingt nicht immer und wenn, nicht immer auf eine gute Weise. Aber ich befinde mich wie alle anderen ja in einem großen Übungsfeld. Eins weiß ich sicher: wenn wir den Graben zwischen uns offen lassen, haben wir verloren.

In Mattias Desmets Buch fand ich eine schönes Zitat von Alexander Solschenizyn, der eins der berüchtigten Arbeitslager unter Stalin am eigenen Leibe erlebt und seine Erfahrungen in dem Buch Archipel Gulag verarbeitet hat. Ich gebe es hier in meinen eigenen Worten wieder: Es wäre einfach, das Böse zu vernichten, wenn wir es außerhalb von uns verorteten. Aber die Grenze zwischen Gut und Böse geht mitten durch unsere Herzen.

Ich glaube, daß die Selbsterkenntnis und der damit verbundene Bewusstwerdungsprozess die wichtigste und nachhaltigste Weise ist, um in die Selbstverantwortung zu kommen und eine solide Resistenz gegen totalitäre Bestrebungen zu entwickeln.

 

Unerfreuliches und Erfreuliches

Vor einigen Tage geriet ich in eine sehr unerfreuliche Diskussion: eine Frau beschwerte sich über die Energiepolitik der Grünen und sagte daß diese Partei den Mittelstand zu Grunde richtete. Eine andere entgegnete scharf, daß es schließlich klimamäßgig Fünf nach Zwölf sei und Herr Habeck wenigstens einen Anfang machte, etwas an der bevorstehenden Katastrophe zu ändern. Leider fühlte ich mich dann berufen, auch noch meinen Senf dazu zu geben und sagte, daß die sogenannten erneuerbaren Energien alles nur noch schlimmer machten, zumal dafür Regenwälder in Südamerika abgeholzt würden, um an das Lithium in der Erde zu kommen. Eine Vierte fuhr mich an, daß Atomenergie ja wohl auch keine Alternative sei. Da konnte ich mal wieder sehen, wohin solche Gespräche führen – zu nichts als schlechten Gefühlen. Natürlich habe ich noch nie was für Atomenergie übrig gehabt. Ich glaube nicht an diese ganzen technokratischen Lösungen, sie haben in der Vergangenheit bereits zu immer neuen Problemen geführt: von der Dampfmaschine zu den Verbrennungsmotoren, von Kohlenöfen zu Ölheizungen, von der Energie durch Atomkraftwerke zu der durch gigantische Windmühlen, die massenweise Vögel und Insekten schreddern, die Landschaft verschandeln und für die Rohstoffe aus anderen Ländern beschafft werden müssen, indem enorm viel Land und die Lebensgrundlage von Indigenen zerstört werden. Ich glaube, es ist ein gigantischer Bewusstseinswandel nötig, egal ob der Klimawandel menschengemacht ist oder nicht, weil wir so einfach nicht weiterleben können. Die Frage, die sich mir stellt, ist: Brauchen wir den ganzen Krempel, mit dem wir uns umgeben und der Strom und Ressourcen frisst, um glücklich zu sein und mit allen anderen Wesen in Einklang zu leben?

Aber wie ich mal wieder sehen konnte, führen solche Gespräche zu nichts. Keine konnte die andere überzeugen. Jede war natürlich der Meinung, daß sie recht hat. Und keine erkennt das gesamte Bild, auch die Wissenschaftler nicht, weil auch die alle nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit erkennen können und sich von daher nicht einig sind. Die notwendige Veränderung wird meines Erachtens auch nicht von oben verordnet werden können. Die Geschichte zeigt, daß jeder Versuch, eine paradiesische Gesellschaft zu schaffen, direkt in die Hölle geführt hat: nach der französischen Revolution in das Terrorregime von Robespierre und Saint Just, nach der russischen Revolution zum  Stalinismus, nach Mao Tse Tungs Langem Marsch zur Kulturrevolution. Es funktioniert eben einfach nicht, wenn  man Menschen eine Ideologie überstülpt. Oder anders gesagt: niemand kann wissen, was für die Anderen gut ist. Eine wirklich lebensförderliche Veränderung kann nur von unten und durch kleine Gemeinschaften geschehen, in denen jeder eine Stimme hat und jedem zugehört wird.

Es gab aber auch Erfreuliches: am Sonntag gingen J. und ich im Klabautermann am Hafen von Lippe essen. Dort gibt es leckere Fischgerichte. Davor gingen wir spazieren und anschließend genossen wir den schönen Abendhimmel und die milde Luft. Wir hatten ein gutes Gespräch und ich freue mich, daß ich wieder ein entspanntes Verhältnis zu meinem Ex-Mann habe.

Und am Mittwoch fand ein sehr schöner Kräuterkurs mit einer Gruppe von Kindergärtnerinnen statt (sie selber mögen die Berufsbezeichnung Erzieherin genauso wenig wie ich): lauter interessierte und offene Frauen, gute Gespräche und fröhliche Stimmung.

Heute hat es zu meiner Freude ordentlich gegossen:

 

Endlich Regen

Ich wurde gefragt, warum ich unsere Außenministerin Kriegsministerin nenne. Ganz einfach deshalb, weil sie dermaßen penetrant für Deutschlands Beteiligung an diesem Krieg eintritt („schwere Waffen für die Ukraine“). Ja, ich weiß, daß Frau Lamprecht Verteidigungministerin ist.

Heute fuhr ich nach Kiel. An der Tür des Bäckers hing ein Schild, auf dem erklärt wurde, daß die Läden aus Protest gegen die durch die Decke gehenden Energiepreise dunkel bleiben. Tatsächlich brannte nur ein einziges schummriges Licht über dem Tresen. Später sah ich, daß andere Bäcker es ebenso hielten. Mir soll es recht sein, solange ich noch erkennen kann, was ich kaufen will. Und logischerweise müssen die Bäcker Angst haben, daß sie bald den Strom für ihre Öfen nicht mehr bezahlen können und Brot so teuer wird, daß die Leute Billigbrot beim Discounter kaufen.

Als ich auf dem Markt war, fing es an zu regnen und das steigerte sich zu einem ordentlichen Guss. Ich freute mich so, daß ich den ganzen Heimweg die wenigen Lieder sang, die ich zum Thema Wasser kenne: „Es regnet, es regnet, die Erde wird nass“ und „The river is flowing“ auf Englisch und Deutsch. Am Montag haben B. und ich ein Ritual gemacht, um Regen zu rufen. Danach habe ich täglich aus lauter Sehnsucht nach Regen den Regenradar aufgerufen, obwohl ich mich bisher immer darüber lustig gemacht habe. Und der Regenradar sagte 90%igen Regen voraus, der dann nicht kam. So ist das mit den Modellrechnungen. Eigentlich finde ich es ja schön, daß es eben nicht möglich ist, etwas mit Sicherheit vorherzusagen. Das wissen wir doch aus der Chaosforschung: der bekannte Schmetterlingseffekt. Deshalb lagen ja auch die Modellierer mit ihrer Vorhersage von Millionen Coronatoten so gründlich daneben. Und möglicherweise liegen sie auch mit der Vorhersage von den Kipppunkten durch den Klimawandel daneben. Es bleibt spannend.

Bevor ich mich auf den Heimweg machte, fuhr ich noch durch die Waschanlage, weil ich den Anblick meines vollständig von Staub überzogenen Autos nicht mehr ertragen konnte. Das will schon was heißen. Normalerweise fahre ich nur einmal im Frühling und einmal vor dem Winter zum Autowaschen.

Schachtelhalm

Ich habe erfahren, daß sowohl die anthroposophische als auch die Traditionelle chinesische Medizin Schachtelhalm zur Behandlung von Grauem Star benutzt. Ich habe heute einen OP-Termin für Oktober bekommen, aber bis dahin mache ich den Versuch, die Linsentrübung auf andere Weise zu behandeln. Schachtelhalm macht sehr viel Sinn. Er besteht aus extrem viel Kieselsäure, die eine Lichtträgerin ist und eine enge Beziehung zum Auge hat. Außerdem wächst hinter dem Haus seit zwei Jahren massenweise Schachtelhalm. Ich sage den Teilnehmerinnen meiner Kräuterkurse immer, sie sollen auf Pflanzen achten, die vermehrt in ihrem Umkreis wachsen. Seltsamerweise habe ich selbst das dieses Mal nicht getan. Erst B. hat mich auf diese Idee gebracht.

Leider ist der richtige Erntezeitpunkt vorbei, deshalb kaufte ich das Kraut heute am Kräuterstand. Ich musste eine Weile warten und hörte die Leidensgeschichte einer Kundin mit an. Während der Kräutermann ihr einen Tee mischte, sprach ich sie an, entschuldigte mich für die Einmischung und empfahl ihr die liebe Inke, die nicht nur mir, sondern so vielen Menschen geholfen hat, die ich zu ihr geschickt habe: www.inke-kruse.de

Der Kräutermann mischte die Teepflanzen mit den Händen. Er trug keine Plastikhandschuhe, wie das mittlerweile bei vielen Verkäufern üblich ist. Ich sah ihm fasziniert zu, wie er mit den Händen in die Holzschale ging und die Pflanzeteile hindurch rieseln ließ. Das sah so liebevoll, so zärtlich aus, daß mir ganz warm ums Herz wurde. Er hat eine Beziehung zu den Pflanzen und das macht einen wesentlichen Teil der Heilwirkung aus, oder wie die TCM-Ärztin Marianne Ruoff es sinngemäß mal gesagt hat (laut Wolf-Dieter Storl): Es sind nicht allein die Inhaltsstoffe, sondern auch das Chi der Pflanze, was heilt. Und ich bin überzeugt, auch das Chi der Person, die die Pflanzenmedizin zubereitet.

Als ich dran war, sagte ich ihm, wie gut mir gefallen hätte, daß er mit beiden Händen in der Teemischung war und auf diese Weise seine Energie hineingegeben hätte. Das hat ihn gefreut.