Standing with the earth

Am Wochenende habe ich an einem sehr schönen Seminar mit Heike Pourian, der Autorin von Wenn wir wieder wahrnehmen teilgenommen. Sehr körperlich, sehr viel Berührung, sehr viel Tiefe. Was mir an Heikes Arbeit so gut gefällt, ist wie sie ihre Erkenntnis umsetzt, daß der riesige Wandel, in dem wir uns befinden, nicht mit Denken zu bewältigen ist und daß letztendlich alle Erkenntnis durch unsere Körper stattfinden muss, um wirklich geerdet zu sein. Wir wissen nicht, ob wir als Menschheit überleben werden, aber wir können diese Zeit nutzen, um den Großen Wandel würdig und bewusst zu gestalten. Es geht auch nicht mehr darum, etwas oder jemanden zu bekämpfen. Das hat sich in der Vergangenheit schon nicht bewährt, im Gegenteil. Jeder Kampf gegen etwas hat immer neue Kämpfe hervorgebracht.

Schön waren auch unsere Mittagspausen: wir zogen mit Decken und dem mitgebrachten Essen in den Schrevenpark und ließen uns auf der mit buntem Herbstlaub bedeckten Wiese nieder, friedlich grasende Kanadagänse ganz in unserer Nähe. Es waren viele junge Leute dabei, die Gitarre spielten und sangen. Ein kleines Mädchen betrachtete uns mit großem Interesse und sein Vater setzte sich mit ihm in unsere Nähe, um zuzuschauen und zuzuhören. Unserer Einladung, sich zu uns zu setzen, folgte er aber nicht, es war dann wohl doch zuviel für seine kleine Tochter unter so wildfremden Menschen.

Am Sonntagnachmittag zogen wir dann an die Hörn, direkt am Kieler Hauptbahnhof, um Standing with the earth zu praktizieren. Das ist eine Aktionsform, die Heike entwickelt hat, angeregt durch Lucia Renés Aufruf:

„This is a call.

Not a call to arms.
A call to stand.

To stand with the Earth.“

Und genau das machten wir: wir standen, kauerten, lagen in konzentrischen Kreisen etwa zwei Stunden lang auf dem Pflaster. Am Rand lagen Erklärungen für das, was wir da machten, für die Passanten. Einige von außerhalb kamen dazu, es ergaben sich auch Gespräche mit Passanten. Während ich mit nackten Füßen und geschlossenen Augen auf dem Boden stand, nahm ich die Geräusche der Stadt wahr, die Schreie der Möwen, die Schiffsmotoren, die Stimmen der vorbeigehenden Menschen, und wieder einmal wurde mir bewusst, daß ich ein Teil dieser großen Erdkörperin bin.

Wer sich für Heikes Arbeit interessiert: www.sensingthechange.com

Auf der Seite gibt es auch Informationen zu Standing with the earth.

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