Wilde Medizin

Auf einer etwa dreistündigen Wanderung durch die schöne Landschaft am Selenter See können unsere intuitiven Fähigkeiten wieder erwachen und unser Verbundensein mit allem Lebendigen gefühlt werden. 
Dabei begegnen wir den wilden Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung und lernen mit ihnen in Kontakt zu treten. 

  • Wir lernen, unser Herz als unser wichtigstes Wahrnehmungs- und Beziehungsorgan kennen.  
  • Wir erspüren, welche Heilmittel wir brauchen. 
  • Wir gestalten kleine Ernte- und Dankrituale.
  • Einfache Körperübungen helfen, Körper und Geist für eine tiefere  Wahrnehmung zu öffnen.

Anschließend genießen wir gemeinsam eine Suppe aus Wildkräutern der jeweiligen Jahreszeit und die Köstlichkeiten, die die Teilnehmer*innen mitgebracht haben. 
Bei Tee und Kaffee ist Zeit für wissenschaftliche Informationen sowie Pflanzengeschichten. Wir sprechen über Sammelzeiten, das Zubereiten von einfachen Hausmitteln und Methoden des Haltbarmachens. 
Wir stellen gemeinsam ein Heilmittel her, eine Tinktur, ein Pflanzenöl oder eine Blütenessenz, die mit nach Hause genommen werden kann. 

Kräuterwanderungen 2022

2. April

7. Mai

11. Juni

2. Juli

13. August

10. September

jeweils von 10:00 bis 18:00 mit einem gemeinsamen Mittagessen. Es gibt eine Wildkräutersuppe, außerdem sind Beiträge für das gemeinsame Buffet willkommen. Da wir oft erst am frühen Nachmittag von unserem Ausflug zurückkommen, ist es vielleicht auch ratsam, sich ein wenig Proviant für unterwegs einzupacken.

Wir sind etwa drei Stunden unterwegs. Bitte bringt feste Schuhe, wetterentsprechende Kleidung und ein Messer mit.

Heilsalben herstellen

5. November

10:00 bis 14:00

Wir stellen zwei Heilsalben her und essen anschließend gemeinsam zu Mittag. Es gibt eine warme Suppe. Zusätzliche Beiträge für unser Buffet sind willkommen

Zum Thema Geld

Seit ich Kräuterkurse anbiete, habe ich mich schwer damit getan, Geld dafür zu verlangen. Anfangs waren meine Kurse sehr günstig und ich wurde einmal von einer Frau, die selbst Kurse anbot, dafür gerügt, daß ich auf diese Weise die Preise kaputt machte. Als ich dann nach und nach mehr Geld verlangte, kam vereinzelt Kritik, obwohl ich immer noch im unteren Durchschnitt im Vergleich zu ähnlichen Angeboten lag. Richtig nachdenklich wurde ich, als sich eine Frau anmeldete, die von Grundsicherung lebte und sich diesen Kurs eigentlich gar nicht leisten konnte. Sie hat monatelang kleine Beträge zurückgelegt, um teilnehmen zu können.

Andrerseits habe ich Ausgaben, die gedeckt werden müssen: Homepage, Flyer, Materialkosten, all das kostet Geld. Und dann hat mich auch gelegentlich das Thema Wertschätzung beschäftigt: eine Frau hatte meinen Flyer nicht richtig gelesen und ging davon aus, daß ich Volkshochschulpreise habe, in dem Fall wären das 5 Euro pro Tag gewesen. Als ich sie auf ihren Irrtum hinweis, war sie richtig empört und ich war froh, daß sie ihre Anmeldung zurückgezogen hat.

Dennoch hat sich die Geldgeschichte nie richtig stimmig für mich angefühlt. Denn eigentlich finde ich, daß das Kräuter- und Heilwissen Allmende (Allgemeingut) ist. So war es früher, als es in vielen Dorfgemeinschaften noch Kräuterhexen, Hebammen, Schamanen und andere heilkundige Personen gab. Die haben ihr Heilwissen nicht in einem Vollzeitjob angeboten, sondern sind bei Bedarf gekommen. Das fiel dann unter Nachbarschaftshilfe.

Wie soll ich denn auch berechnen, was meine Angebote wert sind? Eine solide Ausbildung in Anatomie und Physiologie habe ich während meiner Ausbildung zur Krankenschwester bekommen und sie fließt in meine Kurse und Beratungen ein. Wie soll ich die vielen Stunden des Lernens von Lehrer*innen, aus Büchern und von den Pflanzen selbst in Geldbeträgen ausdrücken? Wie soll ich etwas, was meine tiefste Herzenssache ist, nämlich das Wissen um die grünen Helferwesen, berechnen?

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Schenkökonomie. Inspiriert haben mich Genevieve Vaughan (For-Giving), Charles Eisenstein (Sacred Economics) und in letzter Zeit Robin Wall Kimmerer (Geflochtenes Süßgras).

Die Erde schenkt uns alles, was wir brauchen. Letztendlich können wir nie einen angemessenen Betrag dafür zurückgeben.

Ich bin mit meinen Gedanken zum Thema Geld nicht am Ende. Meine ursprüngliche Idee, den Teilnehmerinnen selbst zu überlassen, wieviel sie mir geben, hat gleich in meinen ersten diesjährigen Kräuterkurs (nachzulesen unter Blüten > Holles Gartenblog > 2. April 2022) zu Überforderung geführt. Jetzt folge ich einem Modell, das ich von Heike Pourian übernommen habe. Sie wendet es sowohl für ihre Seminare als auch für ihr schönes Buch Wenn wir wieder wahrnehmen an. Ich schlage einen Rahmen vor, innerhalb dessen ihr entscheidet, was euch diese Kurse wert sind. Dieser Rahmen liegt zwischen 50 und 100 Euro.