Aufwachen

Am vorletzten Wochenende habe ich eine Reise mit meiner Tochter nach Münster und Bonn gemacht: Familienbesuche. Das war schön und half mir zu entspannen. In Bonn wurde in einer Gemeinschaftsaktion gut gekocht und gegessen. Im kleinen Garten konnte ich einfach rumsitzen, die Mauersegler beobachten, ihren hellen Schreien zu lauschen und das ungewohnte Gezeter der Halsbandsittiche hören, die in den hohen alten Bäumen saßen. Diese Sittiche sollen übrigens irgendwann mal aus dem Zoo entkommen sein und sich dann im Köln-Bonner-Raum niedergelassen haben. Sie kommen gut klar, vermehren sich und haben offensichtlich Spaß am Leben. Ich finde, wir Menschen sollten es wie sie machen: aus dem Zoo abhauen und uns in freier Wildbahn in eigener Regie ein schönes Leben schaffen.

am Rhein

Ansonsten erlebe ich diese Zeit als unheimlich, inkohärent, furchterregend – ich kann es noch nicht richtig fassen. Aber ich entdecke auch Tag für Tag mehr Ermutigendes und Neues: wie Menschen aufstehen und mutig sind, wie Menschen wach werden und nach neuen Möglichkeiten suchen, aus dem alten elenden Spiel von Macht und Gewalt, von Zerstörung und Beherrschung auszusteigen und etwas Neues, Schönes, Lebendiges zu schaffen. Heute habe ich auf dem Online-Kongress Die Reise meines Lebens ein Interview mit Kai Stuht, einem Fotografen, gesehen: sehr toll, sehr erschreckend, sehr klar. Ich freue mich sehr, daß ich in der letzten Zeit so viele Menschen kennenlerne, die mir richtig gut gefallen.

Wer Wind sät wird Sturm ernten.

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