Retreat

Heute Morgen wachte ich mit dem Wort „Corona-Retreat“ auf. Das gefiel mir und so langsam komme ich auf den Geschmack. Klopapier habe ich jedenfalls genug im Haus (12 Rollen und zur Not gehen auch alte Zeitungen). Die Sonne schien, ich saß im Schuppen und sah in die Landschaft. Ein winziger Zaunkönig kam, hielt sich am Holz der Türöffnung fest und schmetterte laut ein fröhliches Lied. Auf dem Boden saß die Zaunkönigin und hörte zu.

Die Bachstelzen sind zurückgekommen, ebenso das Gartenrotschwanzpärchen, die Bienchen flogen und brachten leuchtendorange Krokuspollen nach Hause, Lerchensporn, Wiesengoldstern, kleine wilde Tulpen und Blausterne blühten. Es war so schön draußen und ich konnte machen, was ich wollte. Keine Verpflichtung, keine Termine. Ich putzte Küche, Bad und Flur, machte Wäsche, hackte Holz, bügelte und backte eine Käsetorte. Jetzt kann der Frühling kommen.

Die freundliche Bitte um Veränderung bringt uns nicht weiter. Wir brauchen Meuterei. (Laurie Penny)

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