Corona

Heute Morgen hörte ich im Radio, daß die Bauern mal wieder eine Treckerdemo veranstalteten. Ich hätte es gern vermieden in die Stadt zu fahren, aber ich hatte eine Verabredung in Kiel, außerdem ist heute mein Markt- und Einkaufstag und mein Kühlschrank war leer. Ich vermied also die B76 weitgehend und fuhr über Wellingdorf und das Ostufer Richtung Innenstadt. Ja, und da stand ich dann. Eine schier endlose Schlange von HighTech-Treckern, die bestimmt Vermögen gekostet haben, fuhr Richtung Landeshaus, eskortiert von der Polizei. Als ich die Plakate las, kochte in mir kalter Zorn hoch. Ich kann dieses Opfergelaber nicht mehr hören: die Bauern jammern herum, daß sie nicht mehr soviel Gülle ausbringen dürfen und zurückhaltender mit Glyphosat und dergleichen sein müssen. Mit anderen Worten: sie demonstrieren dafür, daß sie ihren Vernichtungsfeldzug gegen die Natur fortsetzen dürfen. In meinen Augen ist das eine groteske Dummheit: sie schaden sich doch letztendlich selber. Und sie lamentieren, daß ihnen keine Wertschätzung entgegengebracht wird. Nee, die bekommt ihr von mir erst dann, wenn ihr aufhört uns alle zu vergiften und Tiere unter entsetzlichen Bedingungen zu halten und stattdessen ökologisch arbeitet. Daß das geht, zeigt der indische Bundesstaat Sikkim, der ab 2003 schrittweise zu Ökolandbau überging und seit 2016 zu 100% biologisch anbaut. Vielleicht mal von anderen Ländern lernen? Mir ist schon klar, daß unsere Politiker wenig dafür tun, daß sich das Blatt wenden kann: wie wäre es, die Agrarsubventionen zurückzufahren und stattdessen Bauern zu unterstützen, die Biolandbau betreiben wollen? Und natürlich sind die Menschen gefragt, die meinen, daß man Fleisch und andere Nahrungmittel für Centbeträge kaufen können muss. Für jeden Scheiß ist Geld da: für’s neue Smartphone, für Klamotten (die natürlich auch billig sein müssen), für allerhand Schrott, den eigentlich keiner braucht.

Mittags traf ich mich mit K. zum Essen. Das war schön. Wir umarmten uns zur Begrüßung genüsslich wie immer trotz Coronavirus, und wie ich hatte sie kein bisschen Angst vor ihm, obwohl seit Wochen in zunehmend hysterischer Weise über seine Ausbreitung berichtet wird. Neulich bekam ich mit, wie einige meiner Mitflüchtlingshelferinnen mit mitgebrachten Desinfektionsmitteln hantierten und jeglichen Körperkontakt ablehnten. Ich mag diese Frauen und sagte ganz freundlich: „Ihr tut euch nichts Gutes mit diesen Desinfektionsmitteln. Ihr sorgt nur damit, daß noch mehr Resistenzen entstehen. Wascht euch die Hände und zwar mit richtiger Seife, nicht mit diesen Flüssigseifen aus Plastikflaschen, die angeblich hygienischer sein sollen als Seifenstücke und noch mehr Müll produzieren.“ Ich glaube nicht, daß meine Worte auf fruchtbaren Boden fielen. Das Schlimmste ist die Angst: die macht krank.

Auch im Radio wird Angst geschürt: eine Moderatorin stellte ihrem Gesprächspartner die völlig legitime Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn man dem Coronavirus einen schnellen Durchlauf erlaubte, um zu einer Herdenimmunität zu kommen. Der, wahrscheinlich ein Arzt, fand diese Idee „egoistisch“, genau wie „Masernparties“. Egoistisch fand er aber auch, daß die Leute Hamsterkäufe machen. Ja, was denn jetzt? Natürlich decke ich mich mit Grundnahrungsmitteln und Klopapier ein, wenn ich damit rechnen muss, demnächst unter Quarantäne gestellt zu werden.

K. liest gerade Charles Eisensteins Klima – eine neue Perspektive und ist davon genauso inspiriert wie ich. Sie hatte eine interessante Idee: daß nämlich der Umgang mit dem Coronavirus in die Story of Seperation passt, von der Charles Eisenstein spricht. Die Regierenden handeln in der Logik dieser Geschichte der Trennung, die alles Fremde, alles Natürliche als potentiell gefährlich einstuft und automatisch in den Kriegsmodus schaltet. Auf einer anderen Ebene sehen wir das gerade auch an der Grenze zwischen Türkei und Griechenland. Ach, es ist so abscheulich, daß ich manchmal nur schreien möchte.

Was ich zum Virus denke? Ich habe positiven Respekt vor Viren jeglicher Art. Sie scheinen eine ganz eigene und uns fremde Intelligenz zu haben. Bei den Kinderkrankheiten, die ja mittlerweile zunehmend durch Zwangsimpfungen verhindert werden (siehe Masern), scheinen Viren eine entwicklungsfördernde Wirkung zu haben. Das ist meine Erfahrung bei meinen Kindern, die alle Kinderkrankheiten bekommen durften. Daß eine Masernerkrankung tödlich oder mit Komplikationen verläuft, kommt extrem selten vor. Ich vermute, daß Viren eine wichtige Rolle in der Evolution spielen. Ich glaube, daß bei einer Virusinfektion eine Art von Kommunikation mit dem Immunssystem stattfindet. 1987, als ich in meiner Körpertherapie an einem entscheidenden Punkt angekommen war, erkrankte ich an Influenza mit 40° C Fieber. Ich lag drei Tage flach und machte nichts als vor mich hindämmern und ab und zu etwas zu trinken. Ich nahm natürlich keine Medikamente und gab mich völlig dem Geschehen hin, schon weil auch gar nichts anderes möglich war. Diese Zeit war der Wendepunkt meiner Therapie. Seitdem habe ich ein ausgesprochen positives Verhältnis zu Viren. Ich hatte aber auch Glück mit meiner Herkunftsfamilie, in der solche Krankheiten immer sehr entspannt behandelt wurden: Bettruhe, vielleicht mal ein Wadenwickel und Wunschkost, wenn der Appetit zurück kam. Da gab es einfach dieses Vertrauen: Krankheiten kommen und gehen, sie gehören zum Leben dazu. Und der Tod auch irgendwann einmal.

Ich befasse mich gerade ganz praktisch mit dem Wurzelchakra, daß am unteren Ende der Wirbelsäule liegt, da wo sich auch unsere Fortpflanzungs- und Ausscheidungsorgane befinden. Das ist der Ort des Urvertrauens. Ich glaube, dieses Urvertrauen ist bei den meisten Menschen massiv gestört und unsere Kultur sorgt dafür, daß keine Heilung stattfinden kann.

Luisa Francia schreibt mir auf www.salamandra.de zum Thema Coronavirus aus der Seele (vor allem ihr Post vom 4.3.). Und zum Wurzelchakra fand ich heute (welche Synchronizität!) auch was Schönes bei Ilan Stephani: https://www.kalis-kuss.de/texte/erstes-chakra-urvertrauen

Das Wurzelchakra verbindet uns mit der Erde. Offensichtlich praktiziert Lenchen das auf ihre eigene Art

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