Wasserhanf

Gestern ging ich über das abgeerntete Rapsfeld und stand plötzlich vor einer Wasserhanfpflanze, an deren Blüten ein Kohlweißling naschte. Das fand ich ziemlich erstaunlich: das Feld ist mit Glyphosat getränkt und durch den anhaltenden Regenmangel völlig ausgedörrt. Wasserhanf, auch Wasserdost und Kunigundenkraut genannt, liebt aber feuchte Standorte, wie der Name verrät. Außerdem sind alle Wasserhanfpflanzen in meinem Umkreis längst verblüht. Diese aber blühte und hatte sogar noch geschlossene Knospen. Wahrscheinlich ist der Samen mit dem Wind hierher gekommen, aber daß er sich hier auch zu einer Pflanze entwickeln konnte, ist schon erstaunlich. Wasserhanf ist eine meiner liebsten Heilpflanzen. Wegen der in ihr enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide, die in großer Menge die Leber schädigen können, ist er in Verruf geraten wie so viele andere altbewährte Heilpflanzen. Aber wie immer: die Dosis macht das Gift. Wolf-Dieter Storl hat einen sehr differenzierten Essay zum Thema in seinem auch sonst lesenswerten Buch Einsichten und Weitblicke geschrieben.

Bald werden große Maschinen mit gigantischen Pflugscharen dieses Feld umpflügen und damit auch den Wasserhanf vernichten. Ich hockte mich also zu der Pflanze und sagte ihr, daß ich sie gern ausgraben und in meinen Garten nehmen wolle. Normalerweise rate ich den Teilnehmerinnen meiner Kräuterkurse davon ab Pflanzen auszugraben. Aber in diesem Falle fand ich das richtig und die Pflanze schien auch keine Einwände zu haben. Ich holte die Grabgabel und mühte mich ab, damit in den knochentrockenen und fast steinharten Boden zu kommen. Jetzt steht der Wasserhanf in meinem Garten und als ich ihn heute besuchte, sah er ganz gut aus.

Die erste Herbstzeitlose ist da

Ich lese gerade ein Buch, das mir meine Tochter geliehen hat: The Psychology of Totalitarianism von Mattias Desmet, einem belgischen Psychoanalytiker, leider noch nicht auf Deutsch erhältlich. Es geht darin um den sich immer deutlicher abzeichnenden globalen Trend zur totalen Kontrolle der Bevölkerung, der mit dem C-Thema rasant an Fahrt aufgenommen hat. Er beschreibt, wie Wissenschaft früher einen offenen und neugierigen Geist zur Voraussetzung hatte (Beispiel Galileos Beobachtung von Pendelbewegungen) und mittlerweile zur Ideologie verkommen ist. Er führt viele erschreckende Beispiele von Schlampigkeit und Betrug bei wissenschaftlichen Studien an, ganz besonders krass im Feld der Medizin. Und er zeigt auf, wie das mechanistische Weltbild, das eigentlich schon seit ca. 100 Jahren durch Einstein und Heisenberg widerlegt ist, immer noch das bestimmende ist. Als er auf die Tierversuche zu sprechen kam, ohne die die heutige Medizin nicht wäre, überkam mich das Entsetzen über die Art, wie meinesgleichen mit unseren Brüdern und Schwestern umgeht. Ich dachte an Christian Drosten, den Chef-Corona-Berater unserer alten Regierung, der in einem Radiointerview mal völlig nüchtern beschrieb, wie Rhesusaffen mit dem C-Virus infiziert und dann getötet werden, um ihre Lungen zu obduzieren. Er sprach darüber so, als ob es das Natürlichste der Welt sei, Tiere für die Wissenschaft zu quälen. Da wusste ich, daß ich diesem Mann nicht vertrauen kann. Jedes Medikament, jeder Impfstoff, die meisten medizinischen Verfahren und Diagnosemethoden sind an Tieren getestet worden. Und die Menge der auf diese Weise aufs Grausamste behandelten Tiere nimmt von Jahr zu Jahr zu. Wer also Medikamente nimmt oder sich irgendwelchen medizinischen Verfahren unterwirft, trägt indirekt mit Verantwortung für das unbeschreibliche und unerträgliche Leid dieser Lebewesen. Ich will hier keinem Schuldgefühle machen – auch ich habe in meinem Leben schon Medikamente genommen, bin davon jedoch immer mehr abgekommen – aber es scheint mir wichtig, das zu wissen. Diese Art von Medizin kann nicht wirklich heilen, sie kann nichts Gutes bewirken, letztlich schafft sie nur ganz mieses Karma.

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