Endlich Regen

Ich wurde gefragt, warum ich unsere Außenministerin Kriegsministerin nenne. Ganz einfach deshalb, weil sie dermaßen penetrant für Deutschlands Beteiligung an diesem Krieg eintritt („schwere Waffen für die Ukraine“). Ja, ich weiß, daß Frau Lamprecht Verteidigungministerin ist.

Heute fuhr ich nach Kiel. An der Tür des Bäckers hing ein Schild, auf dem erklärt wurde, daß die Läden aus Protest gegen die durch die Decke gehenden Energiepreise dunkel bleiben. Tatsächlich brannte nur ein einziges schummriges Licht über dem Tresen. Später sah ich, daß andere Bäcker es ebenso hielten. Mir soll es recht sein, solange ich noch erkennen kann, was ich kaufen will. Und logischerweise müssen die Bäcker Angst haben, daß sie bald den Strom für ihre Öfen nicht mehr bezahlen können und Brot so teuer wird, daß die Leute Billigbrot beim Discounter kaufen.

Als ich auf dem Markt war, fing es an zu regnen und das steigerte sich zu einem ordentlichen Guss. Ich freute mich so, daß ich den ganzen Heimweg die wenigen Lieder sang, die ich zum Thema Wasser kenne: „Es regnet, es regnet, die Erde wird nass“ und „The river is flowing“ auf Englisch und Deutsch. Am Montag haben B. und ich ein Ritual gemacht, um Regen zu rufen. Danach habe ich täglich aus lauter Sehnsucht nach Regen den Regenradar aufgerufen, obwohl ich mich bisher immer darüber lustig gemacht habe. Und der Regenradar sagte 90%igen Regen voraus, der dann nicht kam. So ist das mit den Modellrechnungen. Eigentlich finde ich es ja schön, daß es eben nicht möglich ist, etwas mit Sicherheit vorherzusagen. Das wissen wir doch aus der Chaosforschung: der bekannte Schmetterlingseffekt. Deshalb lagen ja auch die Modellierer mit ihrer Vorhersage von Millionen Coronatoten so gründlich daneben. Und möglicherweise liegen sie auch mit der Vorhersage von den Kipppunkten durch den Klimawandel daneben. Es bleibt spannend.

Bevor ich mich auf den Heimweg machte, fuhr ich noch durch die Waschanlage, weil ich den Anblick meines vollständig von Staub überzogenen Autos nicht mehr ertragen konnte. Das will schon was heißen. Normalerweise fahre ich nur einmal im Frühling und einmal vor dem Winter zum Autowaschen.

Schachtelhalm

Ich habe erfahren, daß sowohl die anthroposophische als auch die Traditionelle chinesische Medizin Schachtelhalm zur Behandlung von Grauem Star benutzt. Ich habe heute einen OP-Termin für Oktober bekommen, aber bis dahin mache ich den Versuch, die Linsentrübung auf andere Weise zu behandeln. Schachtelhalm macht sehr viel Sinn. Er besteht aus extrem viel Kieselsäure, die eine Lichtträgerin ist und eine enge Beziehung zum Auge hat. Außerdem wächst hinter dem Haus seit zwei Jahren massenweise Schachtelhalm. Ich sage den Teilnehmerinnen meiner Kräuterkurse immer, sie sollen auf Pflanzen achten, die vermehrt in ihrem Umkreis wachsen. Seltsamerweise habe ich selbst das dieses Mal nicht getan. Erst B. hat mich auf diese Idee gebracht.

Leider ist der richtige Erntezeitpunkt vorbei, deshalb kaufte ich das Kraut heute am Kräuterstand. Ich musste eine Weile warten und hörte die Leidensgeschichte einer Kundin mit an. Während der Kräutermann ihr einen Tee mischte, sprach ich sie an, entschuldigte mich für die Einmischung und empfahl ihr die liebe Inke, die nicht nur mir, sondern so vielen Menschen geholfen hat, die ich zu ihr geschickt habe: www.inke-kruse.de

Der Kräutermann mischte die Teepflanzen mit den Händen. Er trug keine Plastikhandschuhe, wie das mittlerweile bei vielen Verkäufern üblich ist. Ich sah ihm fasziniert zu, wie er mit den Händen in die Holzschale ging und die Pflanzeteile hindurch rieseln ließ. Das sah so liebevoll, so zärtlich aus, daß mir ganz warm ums Herz wurde. Er hat eine Beziehung zu den Pflanzen und das macht einen wesentlichen Teil der Heilwirkung aus, oder wie die TCM-Ärztin Marianne Ruoff es sinngemäß mal gesagt hat (laut Wolf-Dieter Storl): Es sind nicht allein die Inhaltsstoffe, sondern auch das Chi der Pflanze, was heilt. Und ich bin überzeugt, auch das Chi der Person, die die Pflanzenmedizin zubereitet.

Als ich dran war, sagte ich ihm, wie gut mir gefallen hätte, daß er mit beiden Händen in der Teemischung war und auf diese Weise seine Energie hineingegeben hätte. Das hat ihn gefreut.

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