Frieden

Das ist keine Fichte sondern eine Douglasie, die mit anhaltender Trockenheit besser klarkommt.

Ich möchte auf das Manifest für Frieden von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer hinweisen. Es findet sich auf Change.org. Ich finde es sehr gut und unpolemisch formuliert, was grundsätzlich für alles gilt, was ich bisher von Frau Wagenknecht gehört und gelesen habe. Die beiden Frauen bringen kurz und knapp auf den Punkt, worum es geht und worauf wir zusteuern, wenn Deutschland immer mehr „schwere Waffen“ an die Ukraine liefert, wie es unsere offensichtlich kriegslüsterne Außenministerin und der ukrainische Präsident fordern. Ich freue mich sehr, daß zwei Frauen diese Initiative ins Leben gerufen haben, denn mittlerweile wird uns ja leider vorgeführt, daß Frauen per se nicht das friedlichere Geschlecht sind, wie man bisher vielleicht geglaubt hat. Die beiden Initiatorinnen wollen am 25. Februar eine Kundgebung in Berlin veranstalten und ich habe die Absicht dabei zu sein.

Eine der ersten Demos, an der ich teilnahm und die sich über Tage hinzog, war gegen die Fahrpreiserhöhungen der Hannoverschen ÜSTRA. Damals war ich 17 und erlebte gleich das volle Programm mit Tränengasnebel in der Innenstadt, Wasserwerfern und Polizeiknüppeln. Die Fahrpreiserhöhungen haben wir nicht verhindern können. In den Jahrzehnten seitdem habe ich an legalen und illegalen Demos teilgenommen, die letzte war 2003 gegen den drohenden Irakkrieg in Berlin, als dort mehr als 500 000 Menschen zusammenkamen. Und ich bin bei diversen Montagsspaziergängen im letzten Jahr mitgegangen. Ich weiß mittlerweile, daß Demos nichts verhindern. Arundhati Roy sagte dazu kürzlich ganz zutreffend, daß die Herrschenden solche Massenaktionen einfach aussitzen. Die Leitmedien tun ein übriges, um derartige Willensbekundungen der Bevölkerung kleinzureden, zu diffamieren und falsch darzustellen, wie sich das bei den Protesten gegen die Coronamaßnahmen wieder deutlich gezeigt hat.

Aber die Teilnahme an derartigen Veranstaltungen macht dennoch in meinen Augen Sinn: es tut meinem Gemüt enorm gut zu erleben, daß ich nicht allein bin. Und es schafft ein kraftvolles Feld von Menschen, die die Vision einer friedlichen und freien Welt haben. Mir persönlich gibt es auch einen richtigen Energieschub, mich sichtbar in die Öffentlichkeit zu stellen. Dagegen hat ich die Man-kann-ja-doch-nichts-ändern-Haltung etwas enorm Schwächendes. Ich bin davon überzeugt, daß solche Felder Wirkung haben. Dazu zähle ich auch Projekte wie etwa Markus Stockhausens Lange Töne für den Frieden.

Ein Kommentar zu „Frieden

  1. Liebe Marie-Luise, dein wunderbarer Blog gehört seit je zu meiner regelmässigen Lektüre. Diesmal will ich schreiben, um dir zu danken, für das, was du zum Manifest für den Frieden geschrieben hast und ganz besonders, dass du vorhast zur Demo nach Berlin zu gehen.
    Ich habe leider nicht die Möglichkeit dazu und bitte dich, mich stellvertretend mitzunehmen. Dasselbe gilt für einige meiner Freundinnen und für meine Töchter, Söhne und Enkelkinder.
    Liebe Grüße von KaraMa

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