Bleib zu Hause

Ich muss öfter an eine Geschichte denken, die sich vor etwas mehr als einem Jahr ereignet hat. Eine Freundin hat sie mir erzählt und ich finde sie richtig schön und passend für die heutige Zeit:

Sie hatte sich zu einem Seminar oder Retreat angemeldet und wollte von den Veranstalter*innen wissen, wie sie es mit den Coronamaßnahmen hielten. Die Antwort, die sie erhielt: „Wenn du Angst hast, bleib zu Hause.“ Kurz und knapp! Als ich diese Geschichte hörte, dachte ich „Wow! Wie toll!“

Heute habe ich gehört, daß das Unwort des Jahres Selbstverantwortung ist. Es ist noch gar nicht lange her, da galt Selbstverantwortung als etwas Positives. Aber in heutigen Zeiten ist es mit den Worten wie in Georges Orwells Dystopie 1984. Begriffe werden umgedeutet und zwar in ihr exaktes Gegenteil: Krieg ist Frieden, Hass ist Liebe, Lüge ist Wahrheit, eine natürliche Immunisierung mit dem Virus ist eine „schmutzige Impfung“ (wörtliches Zitat unseres neuen „Gesundheits“ministers). Daß Menschen ein Bewusstsein dafür haben, daß sie für sich selbst verantwortlich sind, ist in meinen Augen ein Zeichen für Erwachsensein. Natürlich muss ich das ein wenig relativieren: ich bin selbst für meine Gesundheit, mein Leben verantwortlich, aber es gibt heute eine Menge gesundheitsschädliche Faktoren, denen ich mich nicht oder nur schwer entziehen kann, z. B. Pestizide, 5G-Strahlung und was sonst so an Giften in der Atmosphäre rumschwirrt. Dennoch habe ich in vielen Bereichen die Wahl. Und es liegt mir fern, von einer anderen Instanz zu erwarten, daß sie für meine Gesundheit sorgt. Das verbitte ich mir sogar ausdrücklich. Ich übernehme auch keine Verantwortung für die Gesundheit von anderen Menschen, ausgenommen von Kindern, wenn sie mir anvertraut wurden.

Mein Vater hat mich sicher geliebt auf seine zurückhaltende Art. Und ich ihn auch. Aber als ich in die Pubertät kam, hat er mir alles verboten, was junge Mädchen in dem Alter tun wollen: Partys feiern (damals hieß das Fete), mich mit Jungen treffen. Ich weiß, daß er große Angst hatte, daß ich schwanger werden würde. Ich habe nicht gehorcht. Ich habe alles gemacht, was er mir verboten hat. Das war schwierig und anstrengend und mit viel Trickserei und Lügen verbunden. Und der Druck von seiner Seite wurde immer schlimmer. Ich musste dann in sein Arbeitszimmer zum Gespräch. Da hat er auf mich eingeredet und mir gedroht. Die schlimmste Drohung war, als er mir sagte, daß ich ein labiler Mensch sei und wenn ich so weiter machte, würde ich schizophren werden. Ich konnte dem nichts entgegensetzen und hatte insgeheim tatsächlich Angst vor dem Wahnsinn, den er mir in schillerndsten Farben an die Wand malte. Er sagte auch, daß mein Leben quasi vorbei sei, wenn ich ein uneheliches Kind bekäme und kein Mann sich dann noch für mich interessieren würde (tatsächlich war damals in den 60er Jahren ein außereheliches Kind ein ganz übler Makel für eine Frau, aber nicht für den Mann, der sie geschwängert hatte). Ich habe meinen Vater in der Zeit gehasst; er war der Inbegriff des Unterdrückers für mich. Keine meiner Schulkameradinnen und Freundinnen wurde so gegängelt wie ich. Der ganze Horror hörte erst auf, als ich mein gerade begonnenes Studium aufgab, auszog und anfing mein eigenes Geld zu verdienen.

Warum ich das erzähle? Weil es mich an die Vorgänge, die sich derzeit weltweit ereignen, erinnert: Regierungen gängeln die Menschen unter dem Vorwand, für ihre Sicherheit und Gesundheit zu sorgen. Sie arbeiten mit Angstmacherei, Verboten und Drohungen. Sie behandeln Menschen wie Kinder, die noch nicht für sich selbst sorgen können. Der Vergleich hinkt natürlich insofern, als ich nie und nimmer davon ausgehe, daß irgendeine Regierung so etwas wie Liebe für die Bürger empfindet.

Ich bin übrigens heute mit meinem Vater im Reinen. Und diese schlimme Zeit zwischen meinem vierzehnten und neunzehnten Lebensjahr hatte etwas Gutes: ich bin damals zur Rebellin geworden, habe gelernt zu mir selbst zu stehen und eine große Sensibilität für Unrecht und subtile Gewalt entwickelt. So gesehen war das damals mein Trainingslager für heutige Zeiten.

Zum Schluss noch der Link zu einem neuen Artikel vom großartigen Charles Eisenstein zum Thema Nachrichtenfasten, leider nur auf Englisch: https://charleseisenstein.substack.com/p/wanna-join-me-in-a-news-fast?token=eyJ1c2VyX2lkIjo2OTY1NjEwMiwicG9zdF9pZCI6NDcyMTczNDgsIl8iOiIyTGJYSSIsImlhdCI6MTY0MjQ0Nzk4MCwiZXhwIjoxNjQyNDUxNTgwLCJpc3MiOiJwdWItNDI3NDU1Iiwic3ViIjoicG9zdC1yZWFjdGlvbiJ9.yzWDjUNcRlYPOli-ADr00No0L86-xCW0FrFrxdtRM1k

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