Zwischen den Jahren

Über die Weihnachtsfeiertage waren meine Kinder und mein Schwiegersohn da. Wir hatten es ruhig und gemütlich. Es gab Schnee und Kälte, wie ich das aus meiner Kindheit kenne. Leider fing das Tauwetter in dem Moment an, als ich mich an meine alten Schlittschuhe erinnerte, die im Schuppen liegen. Na, vielleicht gibt es noch eine Chance. Auch wenn ich mich wiederhole: ich habe es ziemlich gut mit meiner Familie und dazu gehören auch meine Schwiegerkinder!

Silvester war ich dann allein zu Haus. I, bei der ich viele, viele Male den Jahreswechsel gefeiert habe, wohnt ja nicht mehr in der Nähe. Ich habe nichts vermisst. Es war sehr ruhig im Dorf, ganze zwei Böller waren zu hören, sehr angenehm und kein Stress für die Tiere.

Mittlerweile ist es wieder seit Tagen grau und meine Stimmung ist das auch. Es ist so, als wäre ich zur Zeit ohne Schutz und das ganze Elend der Welt käme ungebremst bei mir an. Ich gehe gut mit mir selbst um, mache Spaziergänge, höre weder Nachrichten noch lese ich Zeitungen und nehme montags an den Spaziergängen teil, die jetzt in allen Städten stattfinden. Das tut gut. Gestern habe ich einen schönen Podcast mit Charles Eisenstein gehört, den meine Tochter mir empfohlen hat: da geht es um Covid, Totalitarismus, Widerstand, Impfungen, das Nicht-Zulassen von Spaltung und die „dunkle Nacht der Seele“, mit der so viele Menschen derzeit zu tun haben. Das Ganze ist auf Englisch: https://podcasts.apple.com/us/podcast/a-higher-perspective-with-charles-eisenstein/id1544014917?i=1000544552904

Es ist ja auch nicht erstaunlich, wenn eine von einer düsteren Stimmung heimgesucht wird: wird doch immer offensichtlicher, wie wir Menschen kollektiv und als Einzelne soviel Schaden auf der Erde angerichtet oder zugelassen haben. Das zu erkennen ist schmerzhaft. Und gleichzeitig glaube ich, daß wir in dieser Zeit des Großen Wandels die Chance haben, endlich unser volles Potential zu verwirklichen. Denn wie Charles Eisenstein sehe ich es so: wir können es besser! Und es gibt keinen Retter, keinen Messias, keinen, der uns erlöst. WIR sind die Menschen, deren Visionen, Tatkraft und Mut jetzt gefragt sind. WIR sind diejenigen, die jetzt wach werden, um dem Lebendigen zu dienen.

Ich höre und lese in den letzen Wochen immer wieder das Wort „Menschheitsfamilie“. Das gefällt mir sehr. Ich möchte es gern noch erweitern, weil ich mich nicht nur Menschen verwandt fühle, sondern allen Wesenheiten der Erde, den sichtbaren und den unsichtbaren: Ich bin Angehörige der Erdenfamilie.

Ich habe gerade ein schönes und kluges Buch gelesen: Aktivismus heißt Verbindung – indigene Weisungen zur Heilung der Welt von Sherri Mitchell. Die Autorin stammt aus der Penobscot Indian Reservation in den USA und ist Juristin. Ich habe es von Freundin K. zum Geburtstag bekommen. Danke, liebe K., das war genau das, was ich brauchte!

2 Kommentare zu „Zwischen den Jahren

  1. Liebe Marie-Luise,

    ich hab Deinen Blog über das Buch „Auf dem Herzensweg“ von Sabrina Gundert gefunden und die letzten Einträge bis hierhin gelesen, natürlich auch das spannende und authentische Lebensbild von Dir in ihrem Buch. Es ist alles so klar und einfach beschrieben, die Zeit des Wandels. Ich erlebe das genau gleich mit vielen Begegnungen und neuen Aktivitäten in eine Neue Richtung. Ich bin froh und glücklich, dass es Dich mit der so schönen Sprache gibt. Alles Gute Dir vom Thomas aus Engen.

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