Eine kleine Kundgebung an der Kieler Förde
Unsere Aktion „Schweigen für den Frieden“, die wir seit nun mehr als einem Jahr jeden Samstag auf dem Markt in Preetz machen und die noch nie in den lokalen Medien aufgetaucht ist wie auch andere Sachen, die von öffentlichem Interesse sein könnten, hat heute auch in Kiel an der Kiellinie stattgefunden. Das kam so: eine Frau in meinem Alter, mit der ich in meinem Lieblingscafé in Kiel vor einiger Zeit ins Gespräch gekommen bin und die sich für ähnliche Themen wie ich interessiert, hat mich auf eine Propagandaktion der Bundeswehr hingewiesen und vorgeschlagen, daß wir dort auftreten. Sie selbst ist Mitglied im BSW und nimmt an einem Infostand ihrer Partei teil, wie auch andere friedliebende Organisation, z. B der DFG-VK.
Wir fanden die Idee sehr gut und reisten also heute mit unseren Schildern nach Kiel. Tatsächlich hatte die Bundeswehr einiges an von unseren Steuern bezahlten Geräten und mehr oder minder attraktiven jungen Soldaten und Soldatinnen aufgeboten, auch der neue grüne Kieler Oberbürgermeister hatte sich eingefunden. Wir waren nur zu sechst, aber immerhin. Für Berufstätige ist der Dienstagmittag nicht der ideale Zeitpunkt. Da standen wir also, freuten uns über das eher mäßige Interesse an der BW-Show, sahen den Kanadagänsen zu, die aus den Pfützen tranken, spürten den frischen Wind und schwiegen.

Dann kamen ein Polizist und eine Polizistin. Ich hatte die Aktion gestern beim Kieler Ordnungsamt angemeldet und wurde nun als Verantwortliche gebeten mich auszuweisen. Der Polizist stellte fest, daß er mit unserem Standort einverstanden sei und wies dann freundlich darauf hin, daß wir die BW nicht anpöbeln dürften. Ich erklärte, daß sich das von selbst verstehe, da unser Motto schließlich „Schweigen für den Frieden“ sei. Zuletzt sagte er, daß ich als Verantwortliche das Hausrecht hätte und eventuelle Störer des Platzes verweisen dürfe. Sollte es schwerwiegende Probleme geben, solle ich mich nicht scheuen, die 110 anzurufen. Er entließ mich mit den Worten „Dann will ich Sie nicht weiter stören“. Wow, soviel Wohlwollen und Freundlichkeit habe ich wohl noch nie von einem Polizisten erlebt. Könnte es sein, daß auch zumindest Teile der Polizei keinen Gefallen am Kriegskurs unserer Regierung finden?

Später kam ich noch mit Leuten vom BSW und vom DFG-VK ins Gespräch und wir tauschten unsere Mailadressen aus. Bei der anschließenden Nachbesprechung im Café sagte einer aus unserer Gruppe, daß eine ganze Generation ausgelöscht würde, wenn Männer und Frauen in den Krieg geschickt würden. Könnte es sein, daß die satanische Elite genau das will, als Mittel der Bevölkerungsreduktion? Angesichts der völlig destruktiven Politik der derzeitigen und der Vorgängerregierung kommen mir manchmal solche Gedanken und ich halte mittlerweile alles für möglich.
Dennoch war es eine schöne Aktion, die wir demnächst wiederholen wollen. Eine der Mitteilnehmerinnen sagte mir: „Es tut mir gut, hier zu stehen und zu schweigen. Ich werde dann ganz ruhig und friedlich.“ Genauso geht es mir auch. Auch das Wetter war übrigens mit uns: ich hatte morgens um einen regenfreie Pause gebeten und dann ging tatsächlich der nächste heftige Schauer erst nieder, als wir im Café saßen.

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