Corona #3

Ich machte einen Ausflug ins Nienthal, ein Stück Land in der Nähe von Lütjenburg, das von der Stiftung Naturschutz gekauft und weitgehend sich selbst überlassen wird. Einige Hochlandrinder leben ganzjährig und artgerecht auf den steilen Hängen. Sie werden nicht gefüttert, nicht enthornt und tragen auch keine hässlichen Ohrmarken. Als ich mich ihnen näherte, kam eines auf mich zu. Ich sagte: „Ich darf dich nicht streicheln.“ Das hatte ich gerade auf dem Schild am Gatter gelesen. Da setzte sich das Tier sehr schnell in meine Richtung in Bewegung, und ich ahnte, daß es gar nicht gestreichelt werden sondern mir klarmachen wollte, daß ich besser Abstand halte. Ich wendete mich ab, und das Rind fing wieder an friedlich zu grasen. Ich fand den Ausgang nicht, aber zurückgehen wollte ich nicht: ich war auf dem Hinweg bis über die Knöchel im Morast versunken und hatte meine Wanderstiefel in einem Teich einigermaßen gesäubert. Also kroch ich unter dem Stacheldraht auf einen Rapsacker, der mit irgendwelchen Giftgefäßen von BASF bestückt war. Am Eiszeitmuseum hätte ich gern einen Kaffee getrunken, aber es war geschlossen wegen Corona. In Lütjenburg hatte ein Café geöffnet. Dort las ich in der Zeitung, daß Wirte ihre Tische jetzt 2 Meter auseinander stellen sollen, auch wegen Corona. Und im Radio hörte ich, daß in Österreich die Leute nur noch in bestimmten Fällen ihr Haus verlassen dürfen. Da kann ich nur lachen: soviel Polizei habt ihr gar nicht, daß das lückenlos überwacht werden kann. Wie wäre es, einfach mal zu akzeptieren, daß das Virus da ist und unseren Immunsystemen den Kontakt mit ihm zu gönnen, denn dann kann es ihm bei der nächsten Welle gut gerüstet begegnen. Es sterben Menschen daran, ja. Wir alle werden irgendwann mal sterben. Das ist heutzutage ein Tabu. Warum eigentlich? Ich glaube, wer Angst vorm Tod hat, hat auch Angst vor echter Lebendigkeit. Ich glaube nicht, daß das Coronavirus mich töten wird, aber mir kann schon morgen ein Dachziegel auf den Kopf fallen. Nicht, daß ich mir das wünsche, aber ich hätte auf jeden Fall mein Leben voll und ganz gelebt.

Heute telefonierte ich mit E., der einen Bioladen hat. Er ist dabei, auf unverpackte Ware umzustellen. Das ist sehr schwierig, besonders wenn man wie er auf Plastikcontainer verzichten will. Ihm werden allerstrengste Hygienemaßnahmen vorgeschrieben, mit Extraraum und Spülmaschine. Meine Güte, als ich ein Kind war, gab es im Krämerladen gegenüber fast alles lose. Da wurden Kaffee und Zucker und Mehl in Papiertüten gepackt. Keiner trug dabei Plastikhandschuhe, und Desinfektinsmittel waren auch noch nicht auf dem Markt. Und mir scheint, die Menschen waren damals insgesamt gesünder, wahrscheinlich weil ihr Immunsystem gut durchtrainiert war. Wenn in der Schule die Masern ausbrachen, regte sich niemand auf. Kinderkrankheiten waren normal, sie kamen und sie gingen. Hatte man sie einmal gehabt, hatte man lebenslänglich seine Ruhe.

E. findet übrigens, daß dieses Virus die Chance mit sich bringt, sich mal mit dem Thema Tod und Sterben zu befassen. Genau so sehe ich das auch. Leider schwingt mittlerweile auch Campact die Moralkeule und unterstützt die staatliche Reglementierung mit der Begründung, es ginge um Solidarität mit den Alten und Gefährdeten. Meint ihr im Ernst, es fördere die Gesundheit, wenn Menschen sich voneinander isolieren und wie in Österreich nicht mehr an die frische Luft gehen dürfen? Ihr seid doch von allen guten Geistern verlassen! Wenn Menschen Angst vor Ansteckung haben, könnten sie sich entscheiden zu Hause zu bleiben. Der Rest könnte eine solide Herdenimmunität bilden.

Gestern habe ich etwas Schönes in der Oya gelesen: ein Interview mit einer jungen Frau, die eine Ausbildung zur Hebamme macht, allerdings nicht an einer staatlich anerkannten Schule, sondern bei einer Gruppe von erfahrenen Hebammen aus verschiedenen Kulturkreisen. Das ist in Deutschland illegal, andrerseits haben Frauen es zunehmend schwerer, überhaupt eine Hebamme zu finden und sind immer mehr den Klinikärzten ausgeliefert. Früher waren Hebammen erfahrene Frauen aus der Nachbarschaf. Sie wussten, daß die meisten Kinder von allein kommen und die Gebärende eigentlich nur ab und zu mal ein aufmunterndes Wort und eine warme Hand braucht. Ich finde es gut und ermutigend, daß diese junge Frau die Ausbildung macht und damit einen großen Beitrag zur Selbstermächtigung der Frauen leistet. Mit meinen Kräuterkursen habe ich den gleichen Ansatz: es ist mir so wichtig, Menschen die Verantwortung für und das Vertrauen in ihre Körper wieder zurückzugeben. Ein Beispiel: viele Frauen haben mit immer wiederkehrenden Blasenentzündungen zu tun. Wenn ich sie dann frage, was sie bisher gemacht haben, höre ich immer, daß sie Antibiotika genommen haben. Wenig später kommt die nächste Blasenentzündung. Dann gibt es wieder Antibiotika. Sehr häufig bringen Behandlungen mit Antibiotika Folgekrankheiten mit sich: Candida albicans und Durchfall. So geht das immer weiter, oft über Jahre. Im schlimmsten Fall schlägt der Arzt eine OP vor, die in der Regel auch nicht den gewünschten Effekt hat. Es ist eine Dauerleidensgeschichte, die manche Frauen durchmachen. Dabei können Blasenentzündungen ganz prima und effektiv mit Kräutern behandelt werden. Ich hatte meine letzte vor ungefähr 25 Jahren und habe sie erfolgreich mit einer selbst zusammengestellten Teemischung behandelt. Übrigens kann man auch Vaginalpilze sehr gut und nachhaltig mit Heilpflanzen behandeln.

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