Das Wochenende verbrachte ich in Ostfriesland zum Treffen meines Imkervereins. Es war eine sehr erfreuliche Zeit, von Anfang an. Wir waren zu viert in einem Auto und ich genoss es durch die Landschaft gefahren zu werden. Übernachtet haben wir in einem kleinen Hotel kurz vor Aurich und sind abends noch mit fünf weiteren Leuten aus Deutschland zum Griechen gegangen.
Das Treffen fand in der Waldorfschule statt. In der Caféteria waren die Tische schön mit zartem weiß-blauem Teegeschirr gedeckt. Unermüdlich brühten ein paar Frauen immer wieder Ostfriesentee auf und kamen dann an unsere Tische und füllten aus schönen weiß-blauen Teekannen unsere Tassen auf. In die Tasse wurde dann noch ein „Wölkchen“ gegeben, ein kleiner Löffel Sahne. Ich habe mindestens sechs Tassen getrunken. Dazu gab es mit Butter bestrichenen Krintstuut, das Rosinenbrot, das zu einer ostfriesischen Teezeremonie gehört. Ich habe sehr viel für solche lokalen Bräuche übrig.
Das ging übrigens den ganzen Tag so weiter: immer, wenn wir uns während einer Pause wieder in der Caféteria einfanden, waren die Tische mit sauberem Geschirr bestückt und liebevoll hergerichtet.

Besonders beeindruckt hat mich unsere erste Referentin, Ilse van Opzeeland. Sie ist Verhaltens- und Meeresbiologin in Bremerhaven und betreibt außerdem eine Schulimkerei. Sie will die Kinder wieder mit der Natur in Verbindung bringen und sieht das als eine vordringliche Aufgabe. Wie sie darüber berichtete, das fand ich so herzerwärmend und ich mochte auch ihren schönen holländischen Akzent.
Am Nachmittag erzählte uns Norbert Poeplau über seinen Werdegang als Imkermeister. Es ging bei ihm vor allem darum, welche Wohnung man Bienen anbietet. Er hat da einiges ausprobiert, u. a. hat er von polnischen und russischen Imkern das Zeidlern gelernt, das Halten von Bienenvölkern in künstlich geschaffenen Baumhöhlen. Sehr spannend.
Es war mal wieder schön mit den Bienenleuten zusammen zu sein. Es gibt so viele unterschiedliche Wege, mit diesen faszinierenden Tieren umzugehen. Viele von ihnen ist nicht meine; ich vermeide häufige Eingriffe. Aber uns allen gemeinsam ist das große Interesse an den Bienen und der tiefe Wunsch, daß es ihnen gut gehen möge.
Die Rückfahrt verlief so komfortabel wie die Hinfahrt. Wir haben viel erzählt und viel gelacht. In Hamburg stiegen zwei von uns aus, unser Fahrer und ich fuhren nach Neumünster, wo mein Auto auf mich wartete und von dort fuhr ich durch die Dunkelheit zufrieden nach Hause.


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